Gesundheit : Caesars neues Heim

Deutschlands Silicon Valley in neuen Laboren

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Caesar hat ein neues Zuhause. Forscher aus zwölf Ländern haben jetzt in Bonn das neue Gebäude des internationalen Forschungszentrums Caesar (Center for Advanced European Studies and Research) bezogen. Es versteht sich als „Denkfabrik für neue Märkte“, in der Spitzenforschung auf höchstem Niveau betrieben werden soll. Das Zentrum verfüge über eine Geräte und Laborausstattung, die in der Zusammenstellung einmalig und in Einzelteilen auch europaweit beispiellos sei, sagte Gründungsdirektor Karl-Heinz Hoffmann. Mit den neuen Gebäuden werde das 1999 gegründete Zentrum voll funktionsfähig. Rund 160 Wissenschaftler und Mitarbeiter arbeiten fortan in dem großzügigen Glasbau an den Rheinauen.

Das Zentrum ist als Alternative zum herkömmlichen akademischen Betrieb oder anderen Forschungseinrichtungen konzipiert: die Wissenschaftler sind frei in der Wahl ihrer Themen, die sie auf Zeit erforschen, und unabhängig in der Verwendung der Mittel. Bei der Projektauswahl liege der Focus auf moderner Technologie des 21. Jahrhunderts mit hoher Ergebnis- und Marktorientierung, erläuterte Hoffmann: „Wir machen alles von der Grundlagenforschung über die Produktentwicklung bis zur Marktreife in einem Haus.“ Caesar steht laut Hoffmann auch für ein fruchtbares Forschungsklima mit flachen Hierarchien nach dem Vorbild des amerikanischen Silicon Valley. Exzellente junge Wissenschaftler aus der ganzen Welt sollten an den Rhein geholt werden.

Zur Ausstattung des rund 11 000 Quadratmeter großen Hauses zählt ein „Reinraum“, der völlig frei von Staubkörnern oder kleinsten Fremdkörpern ist für den Forschungsbereich der Nanotechnologie, bei der es um allerkleinste Teilchen geht (ein Nanometer ist ein Milliardstel Meter). Ein hochauflösendes Transmissions-Elektronenmikroskop mit einem Elektronenstrahl von nur einem Zehntel Nanometer Durchmesser ermöglicht Materialforschung auf der atomaren Ebene. Die Wissenschaftler werden an den Schnittstellen von Physik, Mathematik, Medizin, Biologie, Informations- und Ingenieurwissenschaften forschen.

Eine Caesar-Entwicklung könnten voraussichtlich schon bald auch Autofahrer nutzen: Ein „intelligenter Autoreifen“ wurde entwickelt, bei dem ein eingebauter Sensor die Reibungsverhältnisse zwischen Reifen und Straße misst, damit den Straßenzustand erkennt und so helfen soll, Unfälle zu vermeiden. dpa

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