Gesundheit : Campus-Lyrik-Wettbewerb: Thomas Trösch (2. Platz)

Vor einem Tor der FHW

In einer Senke voller Schnee

Landete neulich um halb zehn

Aus einem fernen Sternsystem

Seit Jahren durch das Weltall brausend

Pünktlich zum neuen Erdjahrtausend

Ein Raumschiff.



Das hatte sich total verflogen

War irgendwo falsch abgebogen.

Musste zuletzt die Landung wagen

Um nach dem rechten Weg zu fragen.

Nun stand es vor der Alma Mater

Im schwarzverbrannten Landungskrater

Regungslos.



Die Nachricht von dem seltnen Funde

Machte hochschulintern die Runde.

Bald strömte eine Menschenmasse

Zu der lädierten Untertasse

Wo manche stumm und starr vor Staunen

Andere mit gedämpftem Raunen

Verharrten.



Niemand wagte anzuklopfen

Oder sich in das Loch zu stopfen

Das wohl die Einstiegsluke war.

Schnell wurde jedem Gaffer klar

Ein Fall von so großer Brisanz

Verlangt nach höherer Instanz

Nach Führung.



Auf einer Sitzung der Verwaltung

Stimmte man die eigne Haltung

Mit der Hochschulleitung ab

Wonach es einen Aufruf gab

Starke, unerschrockne Helden

Mögen sich noch heute melden

Im Foyer!



Mit den Helden als Begleitung

Sollte dann ein Teil der Leitung

Den Kontakt zum Raumschiff wagen

Während sich der Rest den Fragen

Der verschreckten Mitarbeiter

Und der Nachrichtenverbreiter

Widmete.



Wer in welche Gruppe sollte

Löste eine ungewollte

Doch recht lange Diskussion

Aus. Mit technisch hoher Präzision

Hatte die Raumschiffcrew indessen

Einen neuen Kurs bemessen

Zum Saturn.



Mitten in die Kampfabstimmung

Platzte die Raumschiffrudertrimmung

Und mit einem lauten Knall

Schwebten die Fremden Richtung All.

So endete der alte Traum

Vom Aufbruch in den Weltenraum

Vor einem Tor der FHW.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben