Gesundheit : Chah! Chahhh!

Evelyn Bergmann

Wie das ist, wenn der Mann, der einem eben noch, kurz vorm Einschlafen, friedlich von den Tagesthemen erzählt hat, plötzlich zum Tier wird? Das Geräusch, wenn jemand mit dem Strohhalm den letzten Tropfen Singapore Sling aus dem Glas saugt – so fängt es meist an. Dann kommt die Phase mit dem röchelnden Schnauben (Schschschchrrr), gefolgt von diesem krampfhaften, vogelhaften Zucken (Chah!Chahhh!), das nur von melodramatischen, sehr lauten Seufzern unterbrochen wird. So eine Nacht des Grauens ist nicht nur für den Schnarcher ungesund, sondern – und das muss gesagt werden – besonders für den, der sich mit gezielten Schlägen verteidigen muss. Die vibrierenden Nasenflügel rasch zusammendrücken, das hilft nur kurzfristig. Ein Kissen auf den Kopf? Nun, morgen früh soll er einem ja noch Espresso bereiten. Anschreien ist eine effektive Variante, macht jedoch miese Stimmung („Hab doch gar nichts gemacht“ – „Doch, du schnarchst“ – „Was kann ich dafür, dass du nicht schläfst?“). Die Wahrheit ist bitter: Es hilft gar nichts, auch kein Ohropax. Eine Schlafmaske soll ja helfen. Aber wer will schon seinen Mann jeden Abend an ein Gerät anschließen?

Liebe Forscher, denkt euch was aus. Ihr könnt Ehen retten.

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