Gesundheit : Charité: Keine Versuche mit Primaten

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Der Dekan der Charité, Martin Paul, hat sich jetzt zur teilweise erregt geführten öffentlichen Diskussion um die vor allem bei Tierschützern umstrittene Berufung des Neurophysiologen Alexander Thiele geäußert. Thiele, der im Juli 2005 die Zusage für eine Lichtenberg-Professur der Volkswagenstiftung bekommen hatte, war in die Kritik geraten, weil zu seiner Arbeit Versuche an Makaken gehören.

Forschung an Primaten solle es grundsätzlich nur an einer der wenigen dafür vorgesehenen, zentralen Einrichtungen in Deutschland geben, sagt Paul. Primaten („Herrentiere“) sind die Untergruppe der Säugetiere, zu der alle Halbaffen, Affen und, zoologisch betrachtet, auch der Mensch gehören. „Das Dekanat hat in den letzten Jahren konsequent verbliebene Primatenhaltungen aufgelöst, zurzeit führen Charité-Wissenschaftler keine Primatenforschung durch.“ Falls es nicht eindeutige politische Unterstützung für derartige Forschung gebe und der zu berufende Wissenschaftler die tierschutzrechtlichen Genehmigungspflichten nicht erfülle, werde das so bleiben.

Thiele habe im Zuge der Berufungsverhandlungen, die schon 2003 vor der Fusionierung der Charité begannen, allerdings in Aussicht gestellt, auch auf schnell einführbare Alternativmodelle zur Forschung an Affen zurückgreifen zu können. Sei das nicht möglich, dann müsse der Wissenschaftler den Ruf an die Charité zurückgeben, so der Dekan. Eine abschließende Entscheidung im Berufungsvorgang ist aber erst möglich, wenn die zuständigen Behörden ihr eindeutiges Votum abgegeben haben. aml

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