Gesundheit : Cicero verschätzte sich

Heiko Schwarzburger

Heute vor 2042 Jahren, am 7. Dezember 43 v. Chr., wurde der römische Staatsmann Marcus Tullius Cicero ermordet. Er galt als glänzender Redner, Politiker und Philosoph, der dem Ideal des freien Staates bis zu seinem gewaltsamen Tode treu blieb.

Trotz aller staatsmännischer Weitsicht hatte sich Cicero im Poker um die Nachfolge des 44 v. Chr. ermordeten Gaius Cäsar verschätzt. Wie der Imperator favorisierte auch Senator Cicero den Adoptivsohn Cäsars, den blutjungen Heerführer Octavius (Octavian). Als Cäsar starb, befand sich Octavius in Apollonia, wo sich die Armee des Ostens sammelte. Sein Widersacher in Rom war der Konsul Antonius. Cicero, der angesehendste unter den alten Konsuln, trat in freundschaftliche Beziehung zu Octavius und begünstigte ihn. Er organisierte den Widerstand gegen den neuen "Tyrannen" Antonius, der in die Provinz Gallia Cisalpina aufgebrochen war, um sie dem Cäsar-Mörder Brutus zu entreißen. Nach einer flammenden Rede Ciceros vor dem Senat erhielt Octavius die Erlaubnis, Legionen auszuheben und offen den Bürgerkrieg vorzubereiten.

Antonius wurde am 27. April 43 v. Chr. vor Modena besiegt. Weil ihm der Senat das Amt des Konsuls aber verweigerte, marschierte Octavius anschließend auf Rom, drang in die Stadt ein und ließ sich zum Konsul wählen. Um seine Macht zu festigen, verbündete er sich mit Antonius und führte in Rom ein blutiges Regime. Über 300 Senatoren wurden erschlagen, darunter auch Cicero. Ihr Vermögen wurde konfisziert. Das war das Ende der römischen Republik.

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