Gesundheit : Das Alter hängt an Chromosomen-Enden

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Die statistische Lebenserwartung deutscher Männer liegt heute bei 74,4 Jahren, die der Frauen bei 80,6 Jahren. Die Lebensspanne, also die AltersObergrenze, beträgt etwa 120 Jahre. Legendär ist inzwischen die Französin Jeanne Calment, die 1997 mit 122 Jahren starb. Legt ein genetisches Programm dieses Limit fest? Zieht es unerbittlich die Grenze, wenn wir nicht zuvor schon an Infektionen, Herzinfarkt oder Krebs sterben?

Schon vor über 30 Jahren stellte der kalifornische Mediziner Leonard Hayflick fest, dass menschliche Zellen im Reagenzglas nach etwa 50 Teilungen starben. Der Grund liegt in den Chromosomen, jenen 46 spindelförmigen Gebilden aus DNS, in denen unser Erbgut gespeichert ist, genauer: in den Enden dieser Chromosomen, den Telomeren.

Bei jeder Teilung geht ein kleines Stück dieser Schutzkappen verloren. Weil sie selbst keine Informationen enthalten, ist das lange Zeit unbedenklich. Irgendwann geht es aber an die Substanz. Dann werden auch Gene und die Lebensgrundlagen der Zellen angegriffen. Auch Altern hat also mit DNS zu tun.

Keimzellen und Krebszellen verfügen über ein Enzym namens Telomerase, das die Enden immer wieder verstärkt: Sie sind also praktisch unsterblich – eine Eigenschaft, die nicht unerheblichen Anteil an der Gefährlichkeit der Krebszellen hat. aml

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