Gesundheit : „Das Ende der grünen Gentechnik“

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Die Kritik am geplanten deutschen GentechnikGesetz aus Wissenschaft, Industrie und Politik wächst weiter. Das Gesetz soll nationale Rahmenbedingungen für den Umgang mit der grünen Gentechnik schaffen, wird aber wegen bürokratischer Hürden und abschreckender Haftungsregeln als innovationsfeindlich kritisiert. Jüngstes Beispiel ist eine gemeinsame Stellungnahme der Allianz der großen Wissenschaftsorganisationen. Sie befürchtet ein Ende der Forschung zur Pflanzen-Biotechnik.

„Die Haftungsregelungen stellen jeden Forscher vor ein nicht kalkulierbares Risiko. Ohne Freisetzungsversuche ist jedoch international konkurrenzfähige Forschung weder in den Grundlagen noch in der Anwendung möglich“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben der Wissenschafts-Allianz an den Vermittlungsausschuss im Deutschen Bundestag. Dieser berät das neue Gesetz am 22. September.

Geregelt werden soll laut Vorgabe der EU auch die Koexistenz zwischen unterschiedlichen Anbauformen. Nach Ansicht der Kritiker geht das deutsche Gesetz jedoch zu Lasten des Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen. So muss ein Ökobauer entschädigt werden, wenn sein Feld infolge der Aussaat von Gentech-Pollen nicht mehr „gentechnikfrei“ ist. Lässt sich der Pollenflug nicht klar zuordnen, haften alle Bauern aus der Umgebung, die gentechnisch veränderte Pflanzen auf ihren Feldern kultivieren. Wegen des damit verbundenen hohen wirtschaftlichen Risikos rät der Deutsche Bauernverband allen Landwirten vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen ab.

Das zweite große Problem ist die vorgeschriebene Offenlegung der Anbauflächen im öffentlichen Standortregister. Sie werde „zu einem Ende von Freisetzungsversuchen zu wissenschaftlichen Zwecken führen“, heißt es in dem Schreiben. Bereits in der Vergangenheit wurden viele Freilandversuche von Gentechnik-Gegnern zerstört. wez

Mehr im Internet unter:

www.mpg.de

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