Gesundheit : Das Gehirn ist eine Skulptur

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Wie kommt es, dass manche kreativer sind als andere? Was geht da vor sich in unserem Kopf?

Kreativität entsteht letztlich aus einer optimalen Verdrahtung unserer Nervenzellen, den Neuronen . Auf diese Verdrahtung nehmen einerseits die Gene Einfluss. Andererseits wird sie von der Erfahrung bestimmt, wie sich in zahlreichen Tierversuchen gezeigt hat. So ließ man in einem inzwischen klassischen Experiment Ratten in einem öden Käfig aufwachsen, jedes Tier für sich. Eine andere Gruppe von Ratten wuchs dagegen gemeinsam und mit reichlich Spielzeug (einer Tretmühle , einem Tunnel) auf. Die mikroskopische Untersuchung der Rattengehirne ergab: Die Tiere, die ihre Jugend in Reizarmut verbracht hatten, bildeten weitaus weniger Neuronen und Synapsen , die Kontaktstellen zwischen den Nervenzellen. Fazit: Eine stimulierende Umgebung fördert die Vernetzung im Kopf. Eine Studie in der aktuellen Ausgabe des Forschermagazins „Nature“ zeigt allerdings, dass eine stimulierende Erfahrung auch den umgekehrten Effekt haben kann: durch sie werden nicht nur neuronale Netze aufgebaut, so manch willkürliche Verbindung wird auch abgebaut. Ein optimales Gehirn ist, wie sich herausstellt, nicht unbedingt eins mit möglichst vielen Verdrahtungen. Heute gehen Hirnforscher eher davon aus, dass Lernen auch darin besteht, ähnlich wie bei einer Skulptur, überflüssige und somit störende Verbindungen im Kopf „wegzumeißeln“. bas

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