Gesundheit : Das menschliche Erbgut auf Hochglanz poliert Buchstabe für Buchstabe: Unsere DNS zu fast 99 Prozent entziffert

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Die Entzifferung des menschlichen Erbguts haben Forscher und Politiker am Montag als „Meilenstein“ in der Geschichte der Menschheit gefeiert. Die nun endgültige Version der Abfolge aller drei Milliarden DNSBausteine stellten Genetiker aus sechs Ländern in Washington vor. Beteiligt waren auch drei deutsche Institute aus Berlin, Braunschweig und Jena. Das Erbgut wurde in 13-jähriger Arbeit zu rund 99 Prozent entziffert. Mehr ist derzeit nicht möglich.

Die Regierungschefs der Länder, unter ihnen auch Bundeskanzler Gerhard Schröder, erklärten sich in einer gemeinsamen Stellungnahme „stolz“ über den Erfolg ihrer Forscher. „Die genetische Sequenz gibt uns den Schlüssel zum Verständnis unserer selbst in die Hand – den Schlüssel zu revolutionären Fortschritten in den biomedizinischen Wissenschaften, für die Gesundheit und zum Wohle der Menschheit.“

Weiter heißt es in der Erklärung: „Der heutige Tag ist ein bedeutender Tag auf dem Weg hin zu einer gesünderen Zukunft für alle Völker der Erde, deren gemeinsames Erbe das menschliche Genom einschließt.“

„Das humane Genomprojekt war eine unglaubliche Abenteuerreise in unser Inneres“, sagte Francis Collins, Kopf des Projekts, bei der Feierstunde. Die 1990 begonnene Entzifferung des menschlichen Erbguts wird weithin als ehrgeizigstes Forschungsprojekt aller Zeiten betrachtet.

„Wir haben erstmals Einblick in jene Bauanleitung bekommen, die bisher nur Gott kannte“, hatte Collins bereits vor drei Jahren bei einer Feierstunde in Washington verkündet. Damals hatten die Forscher des öffentlichen Genomprojekts sowie Craig Venter von der Firma Celera Genomics jeweils eine erste Blaupause des menschlichen Genoms vorgelegt. Sie wiesen noch erhebliche Lücken auf.

An dem staatlich finanzierten Mammutunterfangen hatten hunderte Forscher in 20 Sequenzierlabors in den USA, Großbritannien, Deutschland, China, Japan und Frankreich mitgearbeitet. Alle Erkenntnisse sind in Datenbanken veröffentlicht und stehen über das Internet frei zur Verfügung.

Der amerikanische Nobelpreisträger James Watson, der vor 50 Jahren mit seinem britischen Kollegen Francis Crick die Struktur des DNS entdeckt hatte, bezeichnete die Vorlage des menschlichen Erbguts als einen „wahrhaft bedeutsamen Moment für jeden Menschen rund um den Globus“. Er habe sich 1953 nicht träumen lassen, dass er die Aufzeichnung des menschlichen Erbguts noch miterleben werde. Watson wurde erster Direktor des Genomprojekte. dpa

Mehr im Internet unter:

www.genome.gov

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