Das neue Magazin "Kliniken Berlin" : Qualität im Krankenhaus ist messbar

Was empfehlen Ärzte? Wie zufrieden sind Patienten? Das neu erschienene Magazin „Kliniken Berlin“ macht Qualität im Krankenhaus transparent.

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Cover des Magazins "Tagesspiegel Kliniken Berlin 2016"
Cover des Magazins "Tagesspiegel Kliniken Berlin 2016"Foto: Tagesspiegel

Auch wenn Klinikfunktionäre immer wieder gern das Gegenteil behaupten: die Behandlungsqualität ist nicht in jedem deutschen Krankenhaus gleich hoch. Es gibt zum Teil deutliche Unterschiede bei Komplikationen, Wiederholungsoperationen, Infektionen oder Todesfällen. Das wissen einweisende Ärzte, die bestimmte Kliniken viel lieber ihren Patienten empfehlen, und das wissen auch die Patienten selbst, die zu Ratgebern wie dem jetzt neu erschienen Magazin „Kliniken Berlin 2016“ von Tagesspiegel und Gesundheitsstadt Berlin greifen, um bei der Klinikwahl eine Orientierung zu bekommen.

Und das weiß natürlich auch die Politik, die die Kliniken derzeit unter einen größeren Druck setzt, eine hohe Behandlungsqualität abzuliefern und dies auch transparent zu machen. So enthält die am vergangenen Freitag vom Bundesrat verabschiedete Krankenhausreform diverse Regeln, um die Häuser zu mehr Qualität zu zwingen. Danach werden Kliniken, die sehr gut versorgen, künftig finanziell belohnt – oder müssen Abschläge hinnehmen, wenn sie unter den Qualitätsstandards bleiben. Außerdem sollen Krankenkassen, die die Behandlungen bezahlen, mit den Kliniken Verträge schließen, die Gütestandards vorschreiben. Und schließlich soll Qualität auch in die Krankenhausplanungen der einzelnen Bundesländer einfließen, was dazu führt, dass Klinikabteilungen oder sogar ganze Krankenhäuser geschlossen werden könnten, wenn sie ihre Patienten dauerhaft schlecht behandeln.

Aus diesem Grunde setzt auch der Krankenhausplan 2016 des Landes Berlin, den der Senat in der vergangenen Woche beschloss, auf mehr konkrete Qualitätsvorgaben, wie etwa eine Mindestausstattung an Pflegekräften auf Intensivstationen oder Vorgaben bei der Klinikhygiene. In den vorherigen Ausgaben dieses Planes ging es vornehmlich um bloße Festlegungen der Behandlungskapazitäten, also Krankenhausbetten, die je Fachabteilung vorzuhalten seien.

Knack- und Angelpunkt all dieser Qualitätsbemühungen aber ist die Antwort auf die Frage, wie die Qualität im Krankenhaus überhaupt gemessen werden und vergleichbar gemacht werden soll.

Eine allgemein akzeptierte Antwort gibt es bisher nämlich nicht. Seit Jahren suchen Experten nach Indikatoren für die Behandlungsgüte im Krankenhaus. Doch die bisher genutzten, für die binnen eines Jahrzehntes bereits das dritte wissenschaftliche Institut verantwortlich ist, sind in der Erhebung zu kompliziert, erfassen nur einen kleinen Teil der Klinikbehandlungen, sind in der Aussagekraft umstritten und schließlich für Laien zu unverständlich, um als Orientierungshilfe zu taugen. Nun sollen – wieder einmal – neue Parameter entwickelt werden, die wohl erst in einigen Jahren verlässliche Informationen liefern können.

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