Gesundheit : Das sagt die Hirnforschung

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Für den Frankfurter Hirnforscher Wolf Singer gibt es keinen Zweifel: „Unbedingt“ sollten Kinder schon im Kindergarten eine erste Fremdsprache erlernen. Denn im Alter von drei, vier, fünf Jahren sind die kindlichen Gehirne darauf eingestellt, Sprache zu lernen; diese Jahre sind ein sogenanntes „Entwicklungsfenster“, in dem ohne Gefahr der Überforderung eine zweite Sprache leicht gelernt werden kann. „Wenn die akustischen Signale nicht verfügbar sind, die während der sensiblen Entwicklungsphasen benötigt werden, führt dies zu Strukturänderungen, die im Mikroskop sichtbar sind. Die Nervenzellen schrumpfen, ihre Fortsätze, mit denen sie Signale von anderen Zellen aufnehmen, bilden weniger Verzweigungen aus, und die Zahl der Kontakte zwischen den Nervenzellen, der Synapsen, nimmt dramatisch ab.“ Asiaten etwa verlieren die Fähigkeit, l und r zu unterscheiden, die sie als Babys sehr wohl hatten.

Auch Lise Eliot, Autorin des Buches „Was geht da drinnen vor? Die Gehirnentwicklung in den ersten fünf Lebensjahren“ (Berlin Verlag), weist darauf hin: „Die sensible Phase für die Sprachentwicklung ist bis zum sechsten oder siebten Lebensjahr am intensivsten.“ Wer sie verpasst hat, kann sich aber trösten: „Die sensible Phase klingt auch danach nur sehr allmählich aus und hält bis in die Pubertät hinein an.“ D.N

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