Gesundheit : Das Unglück der alten Dame

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Eine 94jährige Frau aus Oxford, Connecticut, bekam am 8. November 2001Post von einem entfernten Verwandten. Fünf Tage, nachdem sie den Brief geöffnet hatte, erkrankte sie unter den Zeichen einer fulminanten Lungenentzündung. Vier Tage später war sie tot. Wie sich bei der Obduktion herausstellte, hatte sich ihre Lunge in eine Brutstätte von Abermillionen Anthrax-Bazillen verwandelt.

Die mikrobiologische Spurensuche brachte keinen Hinweis auf eine mögliche Infektionsquelle. Allerdings fanden sich Anthrax-Sporen im zuständigen Postverteilungszentrum von Wallingford. Weitere Recherchen ergaben, dass Wallingford seinerseits Post aus Hamilton, New Jersey, bekam, wo eine Hochgeschwindigkeitssortieranlage für Briefe im Einsatz ist. Aus internen Aufzeichnungen der Post ließ sich schließen, dass etwa 15 Sekunden nach einer mit Anthrax verseuchten, an Senator Daschle in Washington adressierten Sendung ein Brief an einen anderen Adressaten in Connecticut durch die Anlage gelaufen war.

Der Empfänger dieses Briefes lebte vier Meilen vom Haus der alten Dame entfernt. Er hatte den Umschlag aufbewahrt. Auf dem Papier, die Experten mochten es nicht glauben, waren noch Spuren des Bacillus anthracis nachzuweisen. Warum sich die alte Dame infiziert hatte, ihr Nachbar aber nicht, ließ sich im Nachhinein nicht mehr klären. H.F.

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