Gesundheit : Das Wissen in die Region tragen Forscher: Politik tut

zu wenig für Vernetzung

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Was haben die Holzmanufaktur im Spreewald, die Fachhochschule in der Lausitz oder der Bienenzüchter in der Uckermark gemeinsam? Sie alle sind lokale „Wissensträger“ und als solche für die regionale Entwicklung wertvoll, meint Ulf Matthiesen vom Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS). Gestern stellte er in Berlin sein Buch „Stadtregion und Wissen“ vor. Es geht der Frage nach, wie Universitäten, Fachhochschulen, aber auch private Wissensträger wie der Traditionsbetrieb von nebenan sinnvoll in Stadt und Regionalpolitik eingebunden werden können.

Vernetzung heißt dabei das Zauberwort – Wissenschaft, Wirtschaft und Kommunen müssen an einem Strang ziehen. In Jena beispielsweise gelinge dies vorbildlich, Frankfurt/Oder dagegen leide unter seiner fragmentierten Stadtstruktur: „Die Uni bleibt ein insulärer Körper in einer ausgedünnten Innenstadt.“

Weiterbildungsprogramme und Kooperationen zwischen Unternehmen und Schulen tragen dazu bei, dass sich Wissen und Region näher kommen. Das reicht aber nicht aus: Eine wichtige Funktion komme der Politik zu, die die Vernetzung koordinieren müsse. Als „provinzielle Vorgehensweise“ kritisierte Institutsdirektor Karl-Dieter Keim das Nein der neuen brandenburgischen Regierung zur Länderfusion. Und Ulf Matthies fordert: „Wenn man schon unfähig ist, sich auf politischer Ebene zusammenzuschließen, muss die Politik wenigstens die Vernetzung von Wissenschaft und Wirtschaft vorantreiben.“ sizo

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