Gesundheit : Das Wunder von Raum und Zeit

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Der Erwachsene denkt wenig über Raum und Zeit nach. Das hat er einmal als Kind getan. „Ich dagegen habe mich geistig derart langsam entwickelt, dass ich erst als Erwachsener anfing, mich über Raum und Zeit zu wundern", schrieb Albert Einstein. Und er konfrontierte andere Wissenschaftler mit immer neuen „Kinderfragen“ und Gedankenexperimenten, in denen er ihre Vorstellungen in Frage stellte. Die eigenen nicht minder.

Thomas Bührke hat Einstein bei seinen Ausflügen zu neuen Grenzen der Physik begleitet. „Albert Einstein“ heißt seine soeben erschienene Biografie schlicht. Und der Leser wundert sich angesichts der geradezu unauslotbaren Tiefe des einzigartigen Forschers, wie der Biograf mit luftigen, farbig bebilderten 190 Seiten hat auskommen können.

Bührke interessiert denn auch weniger die Relativitätstheorie als solche – auch dazu hat der Physiker und Wissenschaftsjournalist ein Buch geschrieben –, sondern der Weg, auf dem Einstein zu der neuen Weltsicht gelangte. Einstein, das macht Bührke deutlich, war weder der schlechte Schüler, für den er oft gehalten wird, noch ein völlig vereinsamter Theoretiker. Der Austausch mit Wissenschaftlern seiner Zeit, insbesondere mit seinem Freund Michele Besso, war für sein Werk äußerst wichtig.

Mit einfacher Sprache macht Bührke die neue Physik auch dem Leser verständlich, der von Riemann-Tensoren oder Minkowski-Räumen keinen Schimmer hat. Er umsegelt die allzu starken Krümmungen des Raumes geschickt und hält das Schiff auf der Reise von Zürich nach Berlin und später nach Princeton schwungvoll in Fahrt, ohne Einsteins Grundgedanken und seine Motivation zu verbergen. Ein vielseitiges, leicht lesbares Buch über einen unruhigen Geist. Und eine erste kleine Einstimmung auf das bevorstehende Einstein-Jahr 2005, in dem sich die Schöpfung der Relativitätstheorie zum 100. Male jährt. tdp

„Albert Einstein“ von Thomas Bührke ist bei dtv erschienen (190 Seiten, 10 Euro).

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