Gesundheit : Den Sprung wagen

„Go out“: DAAD wirbt für Auslandssemester. Studierende nutzen vorhandene Angebote zu wenig

Simon Wolf

Deutschland möchte seine Studierenden auf die Reise schicken, am liebsten in die ganze Welt. Mit der gestern gestarteten Kampagne „Go out“ wollen das Bundesbildungsministerium und der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) mehr Studierende als bisher zu einem Auslandsaufenthalt bewegen. Derzeit sind rund 70 000 Studierende im Ausland, das sind 15 Prozent der Eingeschriebenen. Rechnet man Sprachkurse und Praktika hinzu, ist es sogar mehr als jeder Vierte. „Aber das reicht uns nicht“, betonte Theodor Berchem, Präsident des DAAD. Bis zum Jahr 2010 solle jeder fünfte Studierende mindestens ein Semester an einer ausländischen Hochschule verbringen, insgesamt die Hälfte der Studierenden Auslandserfahrung sammeln.

Es muss nicht immer ein Gaststudium sein, gefördert werden auch Praktika, Forschungs- oder Sprachaufenthalte. Entscheidend sei, dass die Studierenden „den Sprung über den Atlantik wagen, oder zumindest über den Tellerrand“, sagte der Präsident der Humboldt-Universität, Christoph Markschies, als Gastgeber der Auftaktveranstaltung.

Der Auslandsaufenthalt steigert nicht nur die Karrierechancen. Auch für den Standort Deutschland sei Mobilität das Schlüsselwort, erklärte Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU). Das Land brauche Führungskräfte in Wirtschaft und Wissenschaft, die sich auf der ganzen Welt auskennen. Sie forderte die Studierenden daher auf, die vorhandenen Chancen besser zu nutzen. „Nur das Zurückkommen sollten sie bitte nicht vergessen“, sagte Schavan, die gleichzeitig eine Kampagne unterstützt, mit der deutsche Wissenschaftler aus dem Ausland zurückgeholt werden sollen.

Nicht zuletzt hatte Schavan bei ihrem Appell Studierende der Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften im Blick, die zu den Sorgenkindern des DAAD gehören. Vor allem die Ingenieure sind sehr heimatverbunden, nur vier Prozent gehen während ihres Studiums ins Ausland. Auf dieser Gruppe soll daher auch ein Schwerpunkt der Kampagne liegen.

Hinzu kommen Informationen über weniger frequentierte Weltregionen. 93 Prozent der Auslandsstudierenden bleiben derzeit in Europa oder gehen nach Nordamerika. „Man braucht ein wenig Courage, sich jenseits dieser etablierten Trampelpfade zu bewegen“, erklärte Claudius Habbich, Referatsleiter beim DAAD. Besonders über Studienmöglichkeiten etwa in Asien will der DAAD informieren.

Bei den Fördermöglichkeiten für Studierende ändert sich durch „Go out“ nichts. Zentraler Teil der Kampagne ist ein Info-Mobil, mit dem der DAAD nach dem Auftakt in Berlin durch deutsche Unistädte reisen wird. Der erste Zwischenstopp ist bei der Frankfurter Buchmesse geplant.

Informationen im Internet:

www.go-out.de

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