Gesundheit : Denkmalschutz: Die Pflege der Erdball-Erbmasse

Heike Anger

Was haben die Berliner Museumsinsel, die Chinesische Mauer und der Wörlitzer Park in Sachsen-Anhalt gemeinsam? Diese Kultur- und Naturstätten sind von den Vereinten Nationen (Unesco) zum Welterbe erklärt worden. Derzeit führt die Unesco-Liste des Welterbes rund 630 Denkmäler von außergewöhnlichem Wert, deren Schutz nicht mehr nur in der Hand des jeweiligen Staates liegt.

Neuerdings haben alle Welterbe-Denkmäler noch etwas gemein: Sie stehen im Mittelpunkt des Master-Aufbaustudiengangs World Heritage Studies an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus. Dieses vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) finanzierte Studienprogramm unter der Schirmherrschaft der Unesco richtet sich international an Absolventen mit einem kulturwissenschaftlichen Hochschul- oder Fachhochschulabschluss.

"Das Ausbildungsspektrum umfasst die technischen, sozioökonomischen, kulturellen und politischen Probleme, die mit der Erhaltung des Welterbes verbunden sind", erklärt Professorin und Studiengangsleiterin Marie-Theres Albert. "Die Studierenden sollen sich in vier Semestern für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Welterbestätten qualifizieren." Vier Module bilden das Gerüst: Neben Kulturwissenschaft stehen Kunst, Architektur und Denkmalpflege auf dem Lehrplan. In einem weiteren Modul wird die ökologische Seite der Kulturlandschaften auf der Grundlage naturwissenschaftlicher Erkenntnisse untersucht. Ein Management-Modul zielt auf die Vermittlung berufsrelevanter Fertigkeiten in den Bereichen Wirtschaft, Organisation, Planung und Verwaltung.

Gute Englischkenntnisse, die auch mit einschlägigen Tests wie dem TOEFL nachgewiesen werden müssen, sind Voraussetzung, denn in den ersten zwei Semestern werden die Lehrveranstaltungen in englischer Sprache abgehalten. Auch die Masterarbeit muss auf Englisch verfasst werden. Dafür bekommen die Studierenden eine lauschige Atmosphäre geboten: "Pro Jahr nehmen wir nicht mehr als 60 Leute auf", berichtet Marie-Theres Albert. "Unsere Studenten kommen von überall her, aus den USA, aus Indien, China, Mexiko, der Ukraine. Sie sind meist eine sehr intensive Betreuung an der Universität gewohnt und die wollen wir ihnen hier auch bieten."

Doch zur Begeisterung der Leiterin - "Das Bunte, Internationale ist eine wahre Wonne" - gesellt sich auch Frust: "Nur wenige Deutsche nehmen am Programm teil, da hierzulande der Masterstudiengang als Zweitstudium gilt. Damit ist für viele die Finanzierung problematisch." Förderungen der Stiftungen entfielen, die oft ihre Stipendienvergabe noch nicht umgestellt hätten. Dabei bieten die World Heritage Studies nach Meinung von Marie-Theres Albert später gute Beschäftigungsperspektiven: Als Manager im Auftrag von internationalen Organisationen, als Museumspädagoge in den Erbstätten oder als Referent in Bildungseinrichtungen. "Der Bedarf ist da!"

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