Gesundheit : Der Frosch, der die Dinosaurier anquakte Forscher entdecken in Südindien ein „lebendes Fossil“

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Eine unbekannte Froschart aus der Zeit der Dinosaurier hat bis heute in Südindien überlebt. Forscher aus Belgien und Indien haben dieses lebende Fossil entdeckt und beschreiben den Frosch in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsmagazins „Nature“ (Band 425, Seite 711). Der violette Frosch hat einen breiten, aufgedunsenen, etwa sieben Zentimeter langen Körper und eine spitze Schnauze wie ein Maulwurf. Er unterscheidet sich so sehr von anderen lebenden Fröschen, dass er eine neue biologische Familie begründet. Zuvor hatten Biologen die Froschlurche in 29 Familien unterteilt.

Es ist der womöglich letzte Vertreter jener Frösche, die um die Füße der Dinosaurier hüpften. Der Mainzer Froschexperte Stefan Lötters von der Deutschen Gesellschaft für Herpetologie betont jedoch, dass einige „Urfrösche“ (Archaeobatrachia) wesentlich älter sind. Ihre Nachfahren haben bis heute überlebt.

Die „nächsten Verwandten“ der nun entdeckten, rund 130 Millionen Jahre alten und auf den Namen Nasikabatrachus sahyadrensis getauften Art lebten heute auf den Seychellen. Franky Bossuyt von der Freien Universität Brüssel und sein indischer Kollege S. D. Biju sehen darin einen Beleg dafür, dass es eine erdgeschichtlich lange vermutete biologische und geographische Verbindung zwischen Indien und den Seychellen gegeben hat. In einem Kommentar in „Nature“ vergleichen Wissenschaftler die Bedeutung dieses Fundes mit der Entdeckung des lange ausgestorben geglaubten Urfischs, des Quastenflossers, die 1938 für weltweites Aufsehen sorgte. dpa

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