Gesundheit : Der Glaube versetzt Endorphine

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Scheinmedikamente (Placebos) regen im Gehirn die Ausschüttung von körpereigenen Schmerzmitteln an. „Das widerspricht der weit verbreiteten Annahme, dass der PlaceboEffekt rein psychologisch sei“, lautet das Fazit des Forschers Jon-Kar Zubieta von der Universität Michigan im amerikanischen Ann Arbor. Seine Studie veröffentlichte er in der Fachzeitschrift „The Journal of Neuroscience“.

Das Team um Zubieta untersuchte zwei Gruppen gesunder Versuchspersonen, denen leichte Schmerzen zugefügt wurden. Sieben Menschen erhielten bei dem Versuch kein Medikament. Ebenso viele erwarteten ein wirksames Schmerzmittel, bekamen aber tatsächlich nur ein Scheinmedikament gespritzt. Per Handzeichen übermittelten sie, wie stark sie die Schmerzen spürten, während sie in der Röhre eines Positronen-Emissions- Tomographen, PET, lagen. Die PET-Untersuchung macht den Hirnstoffwechsel sichtbar.

Es zeigte sich: Die Versuchspersonen der Placebo-Gruppe empfanden nicht nur weniger Schmerzen als Menschen der Vergleichsgruppe. Die PET-Bilder der Placebo-Gruppe demonstrierten darüber hinaus, dass im Gehirn Endorphine ausgeschüttet wurden, die als körpereigene Schmerzhemmer wirken.

Der Placebo-Effekt in der Medizin ist seit langem bekannt. Nicht nur Scheinmedikamente, sondern sogar Scheinoperationen können Beschwerden lindern. Wie Placebos wirken, ist weitgehend unbekannt. Viele Wissenschaftler gingen lange von hauptsächlich psychologischen Effekten aus. Die neuen Befunde legen aber nahe, dass die psychologischen Veränderungen auch mit messbaren körperlichen Veränderungen einhergehen. dpa

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