Gesundheit : Der lange Weg zum objektiven Ranking

Uwe Schlicht

Der Wissenschaftsrat hat am Freitag in Hamburg die Empfehlung zu einer Evaluation der Forschung verabschiedet. In einer Pilotphase soll am Beispiel der Soziologie und der Informatik geprüft werden, wie sich die Kriterien für ein Forschungsrating in der Praxis bewähren. Der Wissenschaftsrat spricht sich nur für ein Rating aus – und nicht für ein Ranking, in dem die Unis von Platz eins bis Platz 80 eingeordnet werden. Das Rating unterscheidet nur Gruppen von sehr guten, guten, durchschnittlichen und in der Forschung irrelevanten Hochschulen.

Dieses Forschungsrating soll einer wissenschaftsnahen Organisation übertragen werden. Gedacht sei an ein Institut für Forschungsinformation und Qualitätssicherung, hieß es aus Hamburg. Der Wissenschaftsrat geht davon aus, dass eine solche Qualitätsprüfung 15 bis 18 Monate in Anspruch nehmen wird, bevor an eine Veröffentlichung gedacht werden kann. Da der Wissenschaftsrat den Ehrgeiz hat, die Relevanz der deutschen Forschung auch im internationalen Vergleich zu ermitteln, erscheint ein solcher Zeitraum angemessen.

Damit die Hochschulen ihre Anstrengungen verbessern, soll das Rating in regelmäßigen Intervallen von fünf bis sechs Jahren wiederholt werden. Das Institut zur Qualitätssicherung soll jährlich 12 bis 15 Fachgebiete bewerten. Der Wissenschaftsrat geht davon aus, dass bei diesem Verfahren innerhalb von vier Jahren die Gesamtheit der Wissenschaftsgebiete evaluiert sein wird.

Das bundesweit repräsentative Rating, das Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) beim Wissenschaftsrat in Auftrag gegeben hat, wird also noch Jahre auf sich warten lassen. Gleichzeitig hat der Wissenschaftsrat beschlossen, eine Arbeitsgruppe einzusetzen, die auch Kriterien für die Evaluation der Lehre entwickelt. Auch hier gibt es zunächst eine Pilotphase.

Die Öffentlichkeit wird also vorerst mit den unterschiedlichsten Einschätzungen vorlieb nehmen müssen, die die Magazine „Spiegel, „Focus”, „Stern” und „Capital” bieten – oder auch das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE), das seine Rankings vor allem als Ratgeber für die Studienanfänger konzipiert.

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