Gesundheit : Der Mars war ein Feuchtgebiet Nachweis von Wasser

gelingt mit deutschen Messgeräten

Paul Janositz

Es ist schon etwas mehr als dreieinhalb Milliarden Jahre her, so schätzt Berndt Feuerbacher, da könnte der Mars idyllisch gewesen sein – zumindest für Wassersportler. Die Herrlichkeit dürfte nach Meinung des Leiters des Instituts für Raumsimulation am Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln nur eine halbe Million Jahre gedauert haben, bevor alles Wasser von der Oberfläche verschwunden war. Dieses Szenario aus der Kinderstube des Mars ist zwar wahrscheinlich, aber bisher nicht bewiesen.

Nun hat die amerikanische Weltraumbehörde Nasa den Messungen des Mars-Roboters „Opportunity“ entnommen, dass das feuchte Element tatsächlich einmal auf der Oberfläche des roten Planeten vorhanden gewesen sein muss. Das sichert bereits gesammelte Indizien ab. Unter den Polen liegt gefrorenes Wassereis. Die europäische Sonde „Mars-Express“ wies vor kurzem Spuren von Wasserdampf am Südpol nach. Zudem lassen sich bestimmte Strukturen der Oberfläche am besten als ausgetrocknete Flusstäler interpretieren.

Nun hat die Nasa das ehemalige Wasser auf der Oberfläche des Mars quasi sichtbar gemacht. So werden jedenfalls Verwitterungsspuren und eisenhaltige Mineralien gedeutet, die sich in Steinen fanden. Denn solche Verbindungen bilden sich nur in Anwesenheit von Wasser.

Zu diesen Erkenntnissen haben auch zwei von deutschen Wissenschaftlern entwickelte Messgeräte beigetragen. Zum einen handelt es sich dabei um das „Alpha-Röntgen-Spektrometer“, das vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz ausgedacht wurde. Das andere High-Tech-Instrument ist das „Mössbauer-Spektrometer“, das auf dem Greifarm von „Opportunity“ angebracht ist und am Institut für Anorganische Chemie der Universität Mainz speziell für Marsbedingungen konstruiert wurde.

„Das Team um Göstar Klingelhöfer hat das ursprünglich schrankgroße Gerät so weit verkleinert, dass es in eine Streichholzschachtel passt", sagt Institutsleiter Wolfgang Tremel. Der Apparat musste auch sehr stabil sein, um das Strahlenbombardement und die großen Temperaturschwankungen auf dem atmosphärelosen Mars aushalten zu können.

Das Mini-Instrument ist auf den Nachweis eisenhaltigen Materials spezialisiert. In der Tat wurden damit Eisenoxide gefunden. Deratige Verbindungen, die Eisen und Sauerstoff enthalten, bilden sich nur bei Anwesenheit von Wasser. „Jedenfalls ist das auf der Erde so“, sagt Tremel.

Mehr als ein solcher indirekter Nachweis ist auf der Marsoberfläche nicht zu erwarten, denn dort verdampft Wasser sofort. Allerdings kann im Boden gefangenes Eis Feuerbacher zufolge durch Vulkantätigkeit schmelzen. Nach solchen Wasserspuren kann der Nasa-Roboter mangels Bohrer aber nicht suchen. Das hätte das europäische Landegerät „Beagle“ gekonnt, doch das ist ja gleich nach der Landung verschollen.

Etwas weit hergeholt scheint dem DLR-Experten allerdings die Annahme, der Nachweis von Wasser bedeute, dass es auf dem Mars auch Leben gegeben habe. „Ohne Wasser kein Leben“, sei zwar richtig, der Umkehrschluss aber nicht zwingend.

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