Gesundheit : Der noble Ritter

Peter Mansfield schuf die Technik um die Magnetresonanz

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Mit fünf Millionen Kronen erhält Sir Peter Mansfield ein stattliches Geburtstagsgeschenk. Die ihm zustehende Hälfte des Nobelpreisgeldes von umgerechnet 1,1 Millionen Euro wird ihm aber nicht am 9. Oktober, dem Tag seines 70. Wiegenfestes, sondern fast genau zwei Monate später, am 10. Dezember, dem Todestag Alfred Nobels, in Stockholm überreicht. Der emeritierte Professor der Universität von Nottingham zeigte sich von der Entscheidung des Nobelkomitees „völlig überrascht“. Er habe vor Jahren einmal an die Möglichkeit gedacht, sie dann aber wieder verworfen, sagte der vor zehn Jahren von Königin Elisabeth zum Ritter geschlagene Physiker.

Weniger überrascht sind Experten wie Ulrich Haeberlen, der sich lange Jahre am Heidelberger MaxPlanck-Institut (MPI) für Medizinische Forschung mit Magnetresonanz-Tomographie beschäftigte. „Die Auszeichnung war überfällig“, sagt der ehemaliger Physikprofessor der Universität Heidelberg. Er kennt Mansfield seit knapp 30 Jahren, seit dieser von 1972 bis 1973 am MPI in Heidelberg forschte.

„Es ging nicht um medizinische Anwendung, sondern ausschließlich um die physikalischen Grundlagen", betont Haeberlen. Die „hochauflösende Magnetresonanz-Tomographie“ diente damals hauptsächlich zur Aufklärung von Festkörperstrukturen. Mit der zukunftsträchtigen Technologie war weltweit nur eine Hand voll Arbeitsgruppen vertraut.

Eine davon leitete Mansfield an der Universität Nottingham. Die Wissenschaftler kooperierten und tauschten untereinander ihre Erkenntnisse aus. Mansfield folgte einer Einladung nach Heidelberg und stürzte sich konzentriert in die Arbeit. „Ich habe immer bewundert, wie zielgerichtet er sich an technische Details machte“, sagt Haeberlen. Der Lohn blieb nicht aus. Der englische Dozent goss seine Erfindungen in Patente, die Firmen wie Siemens oder Philips nach und nach aufgriffen.

So sehr Mansfield sich als Praktiker profilierte, so kompliziert fiel die Arbeit aus, die ihn letztlich zum Nobelpreis führte. Es ging um den Ausbau der Theorie, die sein jetziger Nobelpreiskollege Paul C. Lauterbur aufgestellt hatte. Mansfield entwickelte die Nutzung von Gradienten im Magnetfeld weiter. Er zeigte, wie die gemessenen Signale ausgewertet und zu einer praktikablen Abbildung verarbeitet werden konnten. „Die Theorie war selbst für Physiker schwer verständlich“, sagt Haeberlen. Spätestens als es Mansfield gelang, eine extrem schnelle Abbildungstechnik zu finden, zeigte sich der überragende Nutzen.

Mansfield studierte und promovierte an der Universität London. 1979 wurde er Professor in Nottingham. Der Vater zweier Töchter liest gerne und ist Hobbypilot. pja

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