Der OP-Kurs : So wird die Nasenscheidewand begradigt

Björn Rosen

Die Nasenscheidewand liegt im Innern der Nase: Dort trennt sie die zwei Nasenhaupthöhlen voneinander, die sich hinter den Nasenlöchern befinden. In ihrem vorderen Teil besteht die Wand aus Knorpel, dahinter aus Knochen. Wenn sie schief steht, ist das entweder angeboren oder die Folge eines Unfalls. „Oft ist dieser in der frühen Kindheit passiert, und man ist buchstäblich auf die Nase gefallen. Daran kann man sich meist gar nicht mehr erinnern“, sagt Torsten Bätz, Hals-Nasen-Ohren-Arzt in Weißensee.

Ein schiefes Septum, wie Mediziner die Scheidewand nennen, behindert die Atmung durch die Nase. Unbewusst atmet man zum Ausgleich stärker durch den Mund ein - das Problem bleibt so oft jahrelang unentdeckt. Doch wenn die Nasenhöhlen nicht gut belüftet werden, kann es dort zu Entzündungen kommen: „Manche Betroffene haben so gut wie keine Beschwerden, andere leiden immer wieder unter Infektionen, auch des Rachens oder des Mittelohrs“, sagt HNO-Arzt Bätz.

Operiert wird, wenn der Patient deutliche Beschwerden hat. Dann entfernt der Arzt einen Teil des Knorpels oder des Knochens der Scheidewand. Weil sich der Knorpel bei Kindern und Jugendlichen noch im Wachstum befindet, kommt für sie eine OP nicht infrage.

Die Operation dauert etwa eine halbe bis dreiviertel Stunde und wird meist in Vollnarkose durchgeführt, manchmal auch in örtlicher Betäubung. Der Arzt dringt dabei rund einen Zentimeter durch die Nasenlöcher ins Innere ein und öffnet dort mit einem feinen Skalpellmesser zuerst Schleim- und Knorpelhaut, die sich übereinander auf der Scheidewand befinden. Manchmal genügt es nun, den Knorpel an bestimmten Stellen einzuschneiden, so dass dieser sich von alleine gerade stellt. Oft muss er aber intensiver bearbeitet werden: Einige Teile werden dann entfernt, andere entnommen, umgeformt und wieder eingesetzt. „Mit einem kleinen Meißel kann der Arzt auch Teile des Knochens abtragen“, sagt Bätz. „Ziel ist es vor allem, eine gerade Nasenscheidewand zu schaffen, die sich so mittig wie möglich zwischen den beiden Haupthöhlen befindet. Das ist Voraussetzung für eine gute Atmung.“

Am Ende werden Schleim- und Knorpelhaut wieder auf das mittlerweile umgebaute Gewebe gepresst und festgenäht. Anschließend setzt der Arzt zwei kleine Schienen aus Silikon ein; sie festigen die neue Scheidewand. Dann werden die Nasenlöcher mit Verbandsstoff ausgefüllt, der die Nasenscheidewand ebenfalls stabilisieren und außerdem letzte Blutungen stillen soll: Diese Tamponaden bleiben etwa zwei Tage drinnen. So lange kann der Patient nur durch den Mund atmen. Erst nach einigen Tagen werden die Silikonschienen entfernt.

Einige Zeit nach der Operation sollte die Nasenschleimhaut noch mit Kochsalzlösung und speziellem Öl gepflegt werden. Auf alles, was stark auf die Nase einwirkt, verzichtet man anfangs lieber, zum Beispiel auf langes Brillentragen oder zu große Wärme. Meist verläuft die Operation sehr erfolgreich. Selten kann es zu gefährlichen Nachblutungen kommen oder die Sehfähigkeit und der Geruchssinn können beeinträchtigt sein.

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