DER OP-Kurs : So wird ein Facelifting gemacht

Björn Rosen

Manche finden es peinlich, andere halten es für einen Segen: Auf jeden Fall sollte sich jeder, der sich liften lassen möchte, nur in die Hände eines erfahrenen, seriösen Schönheitschirurgen begeben.

Bei der Wahl können die Gesellschaft für Ästhetische Chirurgie und die Internationale Gesellschaft für Ästhetische Medizin helfen. „Wenn das Beratungsgespräch nur fünf Minuten dauert und der Arzt dabei nicht auf Risiken hinweist, sollte man alarmiert sein“, sagt Mark Wolter, Vorsitzender des Berliner Arbeitskreises für Ästhetische Chirurgie. „Ein Facelifting ist ein großer Eingriff.“ Wolter, der in Charlottenburg eine Praxis betreibt, arbeitet mit der Extended-Facelift-Methode. „Dabei werden vor allem die Muskeln gestrafft. Das sieht natürlicher aus und hält länger.“ Die OP dauert drei bis vier Stunden und kostet um die 10 000 Euro.

Unter Vollnarkose bekommt der Patient zusätzlich ein örtliches Betäubungsmittel in die Haut gespritzt. Diese „Tumeszenz-Lösung“ enthält Adrenalin, das die Gefäße verengt – wenn die Haut später geschnitten wird, blutet sie deshalb kaum. Anschließend saugt der Arzt mit einer dünnen Hohlnadel Fettdepots ab. Schon dadurch wirkt das Gesicht später straffer. „Außerdem kann man so die Haut besser von der Muskelschicht lösen.“ Der Chirurg macht nun feine, möglichst versteckte Schnitte – beginnend oberhalb des Ohrs in den Haaren, vorne am Ohr entlang, um das Ohrläppchen herum und hinter dem Ohr. Wenn er Richtung Nase, Mund und Kinn vordringt, muss er teilweise Bänder – die Ligamente – durchtrennen. Während dieser Phase wird der Hautlappen nur dürftig mit Blut versorgt – deshalb legt Wolter Wert darauf, dass seine Patienten schon einige Zeit vor der OP nicht mehr rauchen: „Sonst ist das Risiko für Durchblutungsstörungen zu hoch.“

Nun beginnt die Straffung der oberflächlichen Bindegewebsschicht. Um die Wangen zu straffen, zieht er den unteren Teil der Muskeln nach oben und befestigt ihn dort mit Fäden. Am Hals zieht er den Muskel zur Halsmitte. Danach wird der Hautlappen an den Rändern verkürzt. Unter Spannung muss er mit Fäden und einem Kleber fixiert werden. „Allerdings ist die Spannung heute gering. Dadurch verhindert man den früher oft maskenhaften Gesichtsausdruck nach Liftings.“

Eine Nacht sollten Patienten mindestens in der Klinik bleiben, sich acht Tage schonen und 14 Tage nur auf dem Rücken schlafen. Auch starke Sonneneinstrahlung und Erwärmung sind erst einmal tabu. Wenn alles gut geht, verschwinden Blutergüsse und Schwellungen nach zwei bis vier Wochen, und der Patient ist wieder „gesellschaftsfähig“.Björn Rosen

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