Gesundheit : Der Schöpfer von Dolly wird sechzig

Paul Janositz

Als „Vater“ von Dolly, dem weltweit ersten geklonten Schaf, wurde Ian Wilmut vor sieben Jahren berühmt. Heute feiert der bärtige Genforscher seinen 60. Geburtstag. Beim Sekt wird er wohl etwas betrübt daran denken, dass Dolly im Februar 2002 im frühen Schafsalter von sechs Jahren gestorben ist. Dolly litt an Arthritis und einer Lungeninfektion. Sind geklonte Lebewesen besonders krankheitsanfällig und neigen zu frühzeitiger Alterung? Die Vermutung ist nicht bewiesen. Die Skepsis gegenüber dem Klonen ist aber gestiegen.

Der Leiter der „Abteilung für Gen-Expression und -Entwicklung“ am schottischen Roslin-Institut bei Edinburgh hat sich seinen Elan nicht nehmen lassen. Als studierter Agrarwissenschaftler und promovierter Biologe setzt er sich für das therapeutische Klonen ein. Im April kündigte er an, menschliche Embryonen zu Forschungszwecken klonen zu wollen.

Dies ist in Deutschland verboten, in Großbritannien jedoch erlaubt. Die aus den Embryonen gewonnenen Stammzellen lassen sich kultivieren. Sie haben das Potenzial, zu vielen verschiedenen Gewebetypen heranzuwachsen. Die Forscher hoffen, auf diese Weise kranke Organe reparieren oder gar ersetzen zu können. Neue Nervenzellen könnten Parkinson-Kranken die Beweglichkeit zurückgeben. Mit funktionierenden Inselzellen könnten Diabetiker wieder selbst Insulin produzieren. Reproduktives Klonen, bei dem identische Kopien von Menschen hergestellt werden, lehnt Wilmut jedoch entschieden ab.

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