Gesundheit : Der Streit beschäftigte eine Generation

Klaus Oberzig

Sowohl die Vertreter der Verkehrsbetriebe als auch die der Studentenschaft zeigten in der Auseinandersetzung um das Semesterticket Klüngelei und Rechthaberei. Jahrelang blockierte der Streit um Preis und Geltungsbereich die Verhandlungen. Semtix, Koordinator der Berliner und Brandenburger Asten, lehnte in den letzten beiden Jahren kategorisch jeden Preis über 200 Mark pro Semester ab. Als 1995/96 die Verhandlungen wieder festgefahren waren, einigte man sich auf einen neutralen Gutachter. Dieser gab keiner Seite Recht, sondern sagte, der Preis müsse oberhalb der Bandbreiten liegen, über die gestritten wurde.

Danach folgte eine zweijährige Pause. Auch ein neuer Versuch im Zusammenhang mit den Vorbereitungen für Chipkarten als Studienausweis führte zu keinem Ergebnis. Bewegung kam erst in die Sache, als die Verkehrspolitiker der SPD sich endlich für einen Preis von 215 Mark für den gesamten Bereich des Verkehrsverbundes entschieden und dies auch in die Koalitionsvereinbarung vom Oktober letzten Jahres hineinschrieben. Das brachte die Studentenvertreter von Semtix in Bewegung und jetzt auch die beiden Berliner Verkehrsunternehmen. Eine Rolle spielte auch die Initiative der TFH Studenten, die mit ihrem Sockelmodell Politik und Semtix unter Druck setzten.

Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Abgeordnetenhausfraktion Christian Gaebler teilte am Freitag mit, dass einer Einigung mit dem VBB nichts mehr im Weg stehe. Der Abgeordnete forderte namentlich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) auf, dieser Lösung zuzustimmen. Nach einer Urabstimmung an den Unis im April/Mai könnte das Ticket zum Wintersemester 2000 eingeführt werden. Bedauerlich ist, dass eine Studentengeneration nicht in den Genuss des Semestertickets gekommen ist.

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