Gesundheit : Der Wissenschaftsjournalist starb im Alter von 62 Jahren

Winfried Göpfert

Neugier war sein Beruf. Dieter Dietrich war Wissenschaftsjournalist aus Leidenschaft. Wie ein staunendes Kind ging er durch die Welt, die er zu begreifen suchte. Das, was er dabei entdeckte, teilte er seinen Lesern und Hörern mit, und die konnten mit ihm staunen - und verstehen.

Dietrich war ein Seiteneinsteiger. Studiert hatte er Jura, doch Zufälle und Neugier führten ihn zum Journalismus. Mit einer legendären Serie im Tagesspiegel sprang der junge Redakteur hinein in die Wissenschaftsberichterstattung. Unter dem Titel "Forschung in Berlin" stellte er Berliner Forschungsinstitute und ihre Projekte vor. Auf diese Weise avancierte er zu einem der besten Kenner der Wissenschafts-Szene.

Sein Spektrum war enorm: von der Computertechnik bis zur Psychologie, von der Botanik bis zur Teilchenphysik. Doch sein Hauptthemenfeld wurde schon bald die Medizin. Er war bei einer der ersten Herztransplantationen dabei, berichtete direkt aus Genf von der Weltgesundheitsorganisation, beobachtete die rasante Entwicklung der Medizintechnik.

Nach seinem Ausscheiden beim Tagesspiegel erlebte er alle Höhen und Tiefen des freien Journalistenlebens. Bei Zeitungen und Rundfunkhäusern konnte er sich einer mehr oder weniger regelmäßigen Beschäftigung sicher sein. Aber das half nicht viel, wenn ganze Sendereihen eingestellt wurden. So betrieb er einen eigenen Wissenschaftsdienst unter seinem Namenskürzel "dd".

Den Berlinern ist er durch seine Berichte im Wissenschaftsprogramm des Rias und des SFB in Erinnerung, wie auch durch seine Fernsehbeiträge für "Bilder aus der Wissenschaft" und den "ARD-Ratgeber-Gesundheit". In guter Erinnerung sind noch heute seine großen Radioreportagen, wahrhafte Hörspielreisen durch die Welt der Wissenschaft. Leser, Hörer und Zuschauer verlieren einen exzellenten Reporter, alle die ihn näher kannten einen liebevollen Freund und Kollegen.

Dieter Dietrich wurde 62. Er starb am vergangenen Sonnabend nach längerer schwerer Krankheit.

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