Gesundheit : Deutsch auf dem Schulhof?

Tagesspiegel-Debattierclub diskutiert über Zwang

Karolina Kühn

„Wenn sich alle einig sind Deutsch lernen zu wollen; wieso sollte eine Schule eine Deutschpflicht einführen?“ – „Hast Du etwa schon mal Vokabeln gelernt, wenn Du nicht musstest?“, fragt Fabian Stroetges und sieht seinen Kontrahenten beim Tagesspiegel-Debattier-Club herausfordernd an. Ruben Schuster lässt sich jedoch nicht beirren – schließlich hat er die Diskussion in den Zeitungen mitverfolgt. Nur freiwillige Integration, sei möglich, meint Ruben. Er wirkt überzeugt von dem, was er sagt. Selbstsicher bringt er seine Argumente vor.

Knapp 30 Schüler und Studenten, die zum Diskutieren gekommen sind, verfolgen gespannt die Schau-Debatte der vier Redner. Das Thema: Deutschpflicht auf dem Schulhof. Dass eine gemeinsame Verkehrssprache sowohl für das Gemeinschaftsgefühl in der Schule als auch für das Berufsleben wichtig ist, darin sind sich alle einig. Aber ist eine Deutschpflicht der richtige Weg? Isabella Neisinger (Pro) möchte lieber von einem Gebot als von Zwang sprechen. Im Fall der Weddinger Hoover-Schule hätten sich Schüler, Eltern und Lehrer gemeinsam auf die Regelung geeinigt. Strafen gebe es nicht. „Ein Deutschgebot wirkt der Spaltung in Gruppen entgegen.“

Nach der Schau-Debatte darf das Publikum mitreden. Bei der Abstimmung zeigt sich: Die Pro-Fraktion hat einen kleinen Vorsprung. Ursula Weidenfeld, stellvertretende Chefredakteurin, gibt den Teilnehmern Feedback: „Lassen Sie den Kuli aus dem Mund und verzichten Sie auf fahrige Gesten“, rät sie. Ruben verrät, dass er lieber die Pro-Seite vertreten hätte. Aber als geübter Debattant hat er sich davon während der Diskussion nichts anmerken lassen.

Der Tagesspiegel-Debattierclub steht allen Schülern und Studenten offen. Informationen: rhetorik@tagesspiegel.de

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