Gesundheit : Deutsche forschen doch lieber daheim

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Deutsche Wissenschaftler und SpitzenArbeitskräfte verlassen das Land offenbar seltener als angenommen, um dauerhaft in den USA zu forschen und zu arbeiten. Von einem „umfassenden Brain-Drain hochqualifizierter Deutscher in die USA“ könne nicht gesprochen werden, heißt es in einer Studie des Wiesbadener Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung und des Migration Policy Instituts in Washington (wir berichteten kurz).

Die Forscher werteten für die Studie aus, wie viele Deutsche seit 1990 mit einer Immigrationserlaubnis oder einem Visum für Wissenschaftler, spezialisierte Arbeitskräfte oder Studenten in die USA einreisten und sich dort dann sofort oder später mit einem ständigen Wohnsitz niederließen. Demnach blieben bis 1999 pro Jahr etwa 2000 hoch qualifizierte Deutsche in den USA. In den Jahren 2000 und 2001 stieg die Zahl auf knapp 4000 an, fiel 2002 aber wieder um etwa 500. Die Zahlen schlössen die Familienangehörigen bereits mit ein, heißt es in der Studie. Mehr als neun von zehn deutschen Akademikern, die zum Forschen und Arbeiten in die USA gehen, kehren demnach nach einer befristeten Zeit wieder nach Deutschland zurück. Die Attraktivität der USA für einen kürzeren Aufenthalt habe aber stark zugenommen: Gingen 1990 noch 29000 hoch qualifizierte Deutsche nach Übersee, waren es 2001 bereits 49000.

Die Ergebnisse bestätigen eine Untersuchung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aus dem letzten Jahr, bei der 1400 ehemalige DFG-Stipendiaten nach ihrem Werdegang befragt wurden. Drei Viertel der Geförderten gingen zwar mit ihrem Stipendium zum Forschen ins Ausland, vor allem in die USA. 85 Prozent kehrten aber wieder zurück und forschen jetzt in Deutschland. tiw

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