Gesundheit : Deutsche und Japaner treffen sich in Berlin

Franz Wegener

Ob tragbare Würstchenbude, ob Rikscha-Taxi für Touristen: So gut eine Geschäftsidee auch sein mag - sie allein reicht meistens noch nicht, um ein florierendes Unternehmen aufzubauen. Die Studentenorganisation AIESEC will deshalb im August in einem einwöchigen Seminar Studierenden zeigen, worauf es bei der Existenzgründung ankommt. In verschiedenen Workshops sollen eigene Ideen entwickelt werden.

Was die Veranstaltung unter dem Titel "Starting a career - Chances and Challenges" von anderen Seminaren dieser Art unterscheidet, ist die enge Zusammenarbeit mit der Tokioter "Sophia"-Universität. Vierzig japanische Studenten, vor allem von der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, werden nach Berlin kommen und an dem Programm gemeinsam mit 40 deutschen Studenten aus verschiedenen Städten und Fachrichtungen an dem Programm teilnehmen.

Viele Fragen stellen sich auf dem Weg zum geschäftlichen Erfolg: Welche Möglichkeiten zur Vermarktung einer frisch entdeckten Marktlücke gibt es überhaupt? Wo ist der richtige Standort für die neue Firma? Gemeinsam werden die Studenten sich den Kopf darüber zerbrechen, wo man günstige Kredite oder Fördermittel herbekommt, wie ein Businessplan aussieht und was die Vorteile eines Franchising-Systems sind. Referenten des "Existenzgründerinstituts Berlin" werden die vier angebotenen Workshops begleiten. Bei verschiedenen Firmenbesuchen, unter anderem bei der Daimler-Chrysler-Tochter debis, können die Studenten dann auch gleich einen Blick auf die praktische Seite der Marketing-Konzepte werfen. Und wer mit dem Gedanken spielt, sich bei einem größeren Unternehmen zu bewerben, kann an der Simulation eines "Assessment-Centers" teilnehmen.

Das bevorstehende Treffen ist inzwischen das siebente in der Reihe der deutsch-japanischen "Studentenforen" von AIESEC. Der Kontakt nach Japan entstand bereits 1993, als die Studentenorganisation für ein Projekt zum Thema "Globalisierung" einmal einen Partner außerhalb der europäischen Grenzen suchte. Die Zusammenarbeit mit den japanischen Partnern entwickelte sich dabei so gut, dass seitdem in jedem Jahr die sogenannten "Twins", also Seminare mit Deutschen und Japanern, stattgefunden haben - abwechselnd in Tokio und Berlin.

Wer eine so weite Anreise aus Japan hat, will natürlich nicht nur an einem Fleck und in einem Seminarraum verharren. Deshalb erwartet die Japaner zusammen mit den Berliner Teilnehmern nach der fachbezogenen Programmwoche in Berlin noch ein siebentägiges Sightseeing. Die Tour, deren Stationen sich die japanischen Gäste aussuchen durften, führt von Berlin über München und Prag nach Dresden und von dort zurück nach Berlin. Auf einen Programmpunkt haben die Japaner bei der Reiseplanung besonderen Wert gelegt - Schloss Neuschwanstein.

Mit seinen "Twin"-Seminaren will AIESEC vor allem eines deutlich machen: Dass es heute nicht mehr reicht, nur auf dem lokalen Markt gute Ideen zu haben. Der Kontakt zu anderen Kulturkreisen und die Fähigkeit zum richtigen Umgang mit ihnen werden immer wichtiger. Deshalb finden auch regelmäßige Austausche mit Polen und Mexiko statt.

Für Nico Scholz von der AIESEC-Gruppe an der Freien Universität waren die Vorbereitungen zu dem Studentenforum seit Anfang des Jahres eigentlich schon Praxis-Workshop genug: "Team-Building, Time-Management und oft Stress, das ist nichts Anderes als später in der Firma."Für das Seminar vom 28. August bis zum 3. September sowie für die Reise sind noch Plätze frei. Die Teilnahme am Seminar kostet 180 Mark, an der Study-Tour zusätzlich etwa 500 Mark. Interessenten sollten sich so schnell wie möglich bei AIESEC an der FU Berlin melden, Boltzmannstraße 20, Raum K14, 14195 Berlin, Tel. 838-2123, Fax -4142, E-Mail: deutsch-japan99@gmx.net

Weitere Informationen im Internet unter http://www.asiaweb.de/JDSF/

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