Gesundheit : Deutscher Schulvergleich nur „Zweite Liga“ Jährlich bleiben 80 000 Jugendliche ohne Schulabschluss

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Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf die Veröffentlichung der Länderergebnisse des Schulleistungstests Pisa vor „aufgeregter Kaffeesatzleserei“ gewarnt. Die deutschen Schulen hätten „gravierendere Probleme, als auf Länder-Ranglisten wie im Fußball zu starren“, sagte die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange am 26. Mai. Angesichts des miserablen deutschen Gesamtergebnisses im weltweiten Pisa-Schulvergleich sei es eher zweitrangig, welches Bundesland „in der zweiten Liga Erster wird“, erinnerte Stange.

Die Gewerkschaftsvorsitzende reagierte damit auf einen ersten Bericht, wonach bei der innerdeutschen Wertung des Leistungsvergleichs von rund 50 000 Schülern die Länder Schleswig- Holstein, Thüringen und Sachsen vorn lägen. Die Kultusministerkonferenz hat den Bericht umgehend dementiert. Die offiziellen Ergebnisse sollen am 27. Juni veröffentlicht werden.

Die Bildungsgewerkschaft verwies darauf, dass jedes Jahr in Deutschland 80 000 Jugendliche die Schule ohne Abschluss verlassen. Was auch immer beim Pisa-Ländervergleich herauskomme, die Bundesrepublik habe ein „massives Problem“ bei der Förderung von Kindern aus sozial schwachen Elternhäusern und Migrantenfamilien“, sagte Stange. Hier müsse die Bildungspolitik „nacharbeiten“. Durch individuelle Förderung müssten alle Jugendlichen die Chance auf einen Abschluss bekommen. dpa

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