Gesundheit : "Deutschland pflegt zu Israel wie zu keinem anderen Land intensive wissenschaftliche Beziehungen"

Sonja Kastner

25 Jahre Forschungskooperation zwischen Deutschland und Israel: diesen Anlass nutzten Bundesbildungsminsterin Edelgard Bulmahn und ihr israelischer Kollege Matan Vilnai vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport zu einer Bilanz. "Deutschland pflegt zu Israel wie zu keinem anderen Land intensive wissenschaftliche Beziehungen", resümierte Edelgard Bulmahn. Beide eröffneten ein Symposium, bei dem Wissenschaftler aus Israel und Deutschland über gemeinsame Projekte diskutierten.

Bulmahn und Vilnai kündigten ein neues Austauschprogramm für junge Wissenschaftler an. Zur Zeit wandern die meisten israelischen Nachwuchsforscher in die USA aus. Bulmahn lobte die bisherige Zusammenarbeit, unter anderem bei neuer Technik zur Wasseraufbereitung, an der sich seit 1997 auch jordanische und palästinensische Wissenschaftler beteiligen. Ziel des Projekts ist es, einen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung des Grundwassers im Jordantal zu leisten. "Seit Mitte der siebziger Jahre wurden mehr als 500 gemeinsame Forschungsvorhaben umgesetzt, für die der Bund über 160 Millionen Mark zur Verfügung stellte", bilanzierte Bulmahn. Weitere Vorhaben liefen beispielsweise in der Automobiltechnik.

Jahrzehntelag hatte es um deutsche Unterstützung für die israelische Forschung Streit gegeben. Vor allem im Zusammenhang mit Gerüchten über die israelische Atomforschung wurde immer wieder die Befürchtung laut, dass deutsche Kerntechniker den Israelis zur Bombe verhelfen könnten. Erst im vergangenen Herbst hatte die Knesseth einen Bericht über das bis dahin geheime Forschungszentrum in der Negev-Wüste erhalten und die Existenz von Atomwaffen ofiziell bestätigt. Darauf angesprochen, erklärte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn: "Nach meinem Wissen waren keine deutschen Forschungsinstitutionen am israelischen Atomforschungsprogramm beteiligt."Morgen erhält Bundespräsident Johannes Rau die Ehrendoktorwürde des Technions in Haifa. Rau hatte sich für den Ausbau der von jüdischen Emigranten aus Deutschland errichteten Universität eingesetzt (Bericht folgt).

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