Gesundheit : "Die Fakultäten wissen selbst am besten, wie sie forschen und lehren", meint Präsident Ewers

Sonja Kastner

Auf der jüngsten Sitzung des Akademischen Senats der Technischen Universität (TU) Berlin legte Präsident Hans-Jürgen Ewers ein erstes Konzept zur Verteilung der Budgets auf die Fachbereiche vor. Demnach sollen die Dekane mehr Handlungsspielraum erhalten. "Die Fachbereiche wissen am besten, wie sie forschen und lehren, deshalb sollen sie selber entscheiden, wie sie ihren Output produzieren", begründete Ewers seine Vorlage. Künftig soll es ohne weiteres möglich sein, Personalausgaben aus dem Etat für Sachmittel zu decken und umgekehrt. Die Mittel für die Dauerbeschäftigten würden nicht angetastet.

Die Fakultät für Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie wird schon im laufenden Haushaltsjahr als Pilotprojekt budgetiert. Sie erhält eine bestimmte Summe, die nach Sachmitteln, Personalaufwendungen und Investitionen gegliedert ist. Die Verwaltung der Gelder liegt in den Händen des Dekans. Bisher wurden die Etas der Fachbereiche von der zentralen Universitätsverwaltung je nach Anforderung ausgereicht. Das Konzept sieht weiterhin vor, dass zusätzliche Einnahmen der Fakultäten, etwa Drittmittel oder Spenden, auch von ihnen wieder ausgegeben werden können. Lediglich 20 Prozent fließen in einen zentralen TU-Topf.

Mehr Flexibilität verspricht das Konzept auch bei der Raumverteilung - angesichts der jährlichen Mietkosten der TU in Höhe von rund 40 Millionen Mark ist dies ein wirtschaftlich wichtiger Punkt. Verzichtet eine Fakultät auf ihr zugewiesene Räume, erhält sie den eingesparten Betrag überwiesen. Zudem dürfen die Fakultäten erwirtschaftete Überschüsse als Rücklagen für größere Anschaffungen oder neue Stellen in das nächste Jahr übertragen. Die Fakultäten entscheiden künftig auch selbst über ihre Stellenpläne.

In die Berechnung der Budgets geht die Zahl der Studierenden, der Studienabschlüsse sowie die Zahl der wissenschaftlichen Mitarbeiter ein, die durch Drittmittel finanziert werden. Berücksichtigt werden insbesondere die Besonderheiten der unterschiedlichen Studienfächer. In weiteren Lesungen will der Akademische Senat die Kriterien für die Mittelvergabe noch präzisieren. Ein endgültiger Beschluss wird zum Frühsommer erwartet.

Außerdem will die Universität die Mittel für Lehrbeauftragte nicht antasten, vor allem um den drastischen Stellenabbau bei den Professoren weiterhin zu kompensieren. 1999 standen dafür rund 1,9 Millionen Mark zur Verfügung.

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