Gesundheit : Die Freie Universität im Zugzwang

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Innerhalb der nächsten drei Wochen muss die Freie Universität entscheiden, ob sie die ehemaligen US-Headquarters in der Clayallee als neues Zentrum nutzen will oder nicht. Das hat gestern Wissenschaftssenator Thomas Flierl verlangt. Bisher stand in der Bund-Länder-Planung für den Hochschulbau dieses Vorhaben, das mit Geländeerwerb und Sanierungskosten 50,8 Millionen Euro kosten soll, in der Prioritätenliste ganz oben. Diese Priorität kann jedoch nicht ewig fortgeschrieben werden, ohne dass es zu einer Entscheidung kommt. Die Oberfinanzdirektion des Bundes verhandelt jedenfalls schon mit anderen Kaufinteressenten.

Seit sieben Jahren stehen die ehemaligen Headquarters, die bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Luftwaffenkaserne genutzt wurden, leer. Die Freie Universität hatte ursprünglich Interesse an dem Erwerb des Grundstücks und der Gebäude, aber nur zu einem realistischen Kaufpreis.

Hochschulbauten werden je zur Hälfte vom Bund und dem jeweiligen Land finanziert. Angesichts der Sparzwänge in Berlin wird der Senat aber nicht den Landesanteil an den Gesamtkosten von 50,8 Millionen Euro tragen,sondern die Freie Universität soll durch Grundstücksverkäufe und die Freigabe von Villen in Dahlem für die Gegenfinanzierung zu den Bundesgeldern sorgen. Die Freie Universität war so lange dazu bereit, wie ihr die Haushaltsrisiken und der Kaufpreis dazu angemessen erschienen. Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Die Grundstückspreise verfallen, außerdem sind Umweltbelastungen in den Gebäuden festgestellt worden, deren Beseitigung nicht einschätzbare Mehrkosten verursachen würde. Die Über nahme dieser Kosten durch den Bund hat die Oberfinanzdirektion bisher verweigert.

Angesichts dieser Entwicklung möchte die FU kein weiteres Finanzrisiko eingehen. Außerdem will sie noch andere Prioritäten setzen als die Konzentration der kleinen Fächer und des Präsidialamtes in den Headquarters. Sie will die Veterinärmedizin in Dahlem konzentrieren, weil sie Dahlem zum biomedizinischen Schwerpunkt auszubauen gedenkt. Außerdem entstehen Mehrkosten für die Sanierung der Rostlaube mit dem Neubau der Norman-Foster-Bibliothek. Die Sanierung der Rostlaube belastet die FU noch bis zum Jahre 2005.Uwe Schlicht

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