Gesundheit : Die Generation Praktikum – ein Mythos?

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Gibt es die Generation Praktikum wirklich? Eher nicht, wenn es nach einer neuen Studie des Hochschulinformations-Systems (HIS) geht. Praktika nach dem Abschlussexamen hätten zwar in der Vergangenheit zugenommen, es handele sich aber „nicht um ein Massenphänomen“, schreiben die Forscher, die 10 000 Absolventen des Jahrgangs 2005 befragten. Im Schnitt mache jeder siebte Uniabsolvent und jeder achte Absolvent einer Fachhochschule nach seinem Abschluss ein Praktikum. In den Sprach- und Kulturwissenschaften absolviere allerdings immerhin jeder vierte ein Praktikum, bei den Psychologen jeder Fünfte. Absolventen technischer und naturwissenschaftlicher Fächer seien dagegen kaum als Praktikanten tätig. Besonders gerne beschäftigten Medien, Kunst- und Kultureinrichtungen Praktikanten, die ein abgeschlossenes Hochschulstudium haben.

Insgesamt waren zwei Drittel der Befragten mit ihrem Praktikum zufrieden, allein beim Lohn sanken die Werte: Ein Drittel erhielt überhaupt kein Geld, ein weiteres Drittel bezeichnete die Vergütung als „sehr schlecht“. Nur ein Fünftel der Praktikanten schloss an die erste Hospitanz eine weitere an. Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt forderte als Reaktion auf die Studie, Politik und Gewerkschaften dürften nicht länger mit „Falschmeldungen über angebliche Missstände Zukunftsängste von jungen Menschen schüren“. Das „hohe Engagement der Unternehmen Praktikumsplätze anzubieten, darf nicht weiter diskreditiert werden.“

Eine Studie der FU Berlin und der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung kam vor kurzem zu einem anderen Ergebnis. Die Generation Praktikum sei „Realität für alle Studienfächer“, lautete dort das Fazit. tiw

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