Gesundheit : Die Insekten wurden jetzt erstmals Menschen gefährlich, die sich in einem Gebäude aufhielten

Thomas de Padova

Den Stichen der Feuerameise sind schon viele Menschen zum Opfer gefallen, die den Nestern der Insekten zu nah gekommen waren. Die Ameisen töten in seltenen Fällen auch Tiere auf Farmen, wenn es ihnen an anderer Nahrung ermangelt. Jetzt berichten amerikanische Wissenschaftler erstmals davon, dass Feuerameisen im Süden der USA in Gebäude eindrangen und Menschen attackierten.

Krankenpfleger fanden zwei ältere Patienten in Pflegestationen in Mississippi in ihren Betten von Ameisen übersät vor. Eine 67-jährige Frau starb fünf Tage nach der Attacke. Auch der 60-jährige Mann erholte sich nicht mehr von den schweren Folgen der Stiche - er starb ein Jahr darauf.

Besonders der erste Fall, den Mediziner nun in in der Fachzeitschrift "Annals of Internal Medicine" schildern, verdeutlicht die Gefährlichkeit der Insekten, die vor rund 60 Jahren in die USA eingeschleppt wurden und sich seither immer stärker verbreiten. Die Feuerameisen fanden zwischen zwei Visiten, die in dreistündigem Abstand erfolgten, den Weg über den Fußboden ins Bett einer pflegebedürftigen Frau in Brookhaven. Sie fügten der Frau mehr als 500 Stiche zu. Die Patientin wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert und behandelt, konnte aber nicht mehr gerettet werden und starb schließlich an Herzversagen.

Das erst zwei Jahre alte Pflegeheim war nur vier Tage vor dem Vorfall einer Schädlingskontrolle unterzogen worden. Und schon eine Woche nach der tödlichen Attacke drangen die Feuerameisen erneut in das Gebäude ein: Das Pflegepersonal entdeckte die Insekten im Bett eines 99-jährigen Patienten.

Es sei sehr schwierig, eine Kolonie Feuerameisen auszurotten, schreibt der Autor Studie, Richard deShazo vom Mississippi Medical Center. Dazu müsse die Ameisenkönigin getötet werden. Die aber bleibt im gut geschützten Nest, während die Arbeiter ausschwärmen.

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