Gesundheit : Die Krankheiten der Prostata

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Die männliche Vorsteherdrüse ist im Normalfall kastaniengroß, wiegt 20 Gramm und liegt versteckt und für den Chirurgen eher schlecht erreichbar unterhalb der Blase. Hier umschließt sie die Harnröhre. Viele Gesundheitsstörungen ergeben sich aus dieser "Umarmung".

Der französische Arzt und Staatsmann Georges Clemenceau glaubte sogar, die Prostata sei überflüssig. Das aber ist nicht ganz richtig. Denn die Prostata gehört zu den Geschlechtsdrüsen. Ihre Aufgabe besteht offenbar darin, zum Samen eine Flüssigkeit beizumengen, die ihrerseits die Beweglichkeit der Spermien erhöht und als Gleitmittel der Samenflüssigkeit dient. Befruchtungsfähig ist der Samen allerdings auch ohne Prostata.

Damit ist der begrenzte Nutzen des Organs schon umschrieben. Viel länger ist die Liste der Gesundheitsprobleme, die die Prostata verursacht. Da ist zunächst die oft durch Bakterien hervorgerufene Prostata-Entzündung. Sie kann sehr schmerzhaft sein und wird mit Antibiotika oder entzündungshemmenden Mitteln behandelt.

"Wie der Tod und die Steuer ist auch die Prostata-Vergrößerung unvermeidlich", sagt der Harvard-Mediziner Richard Spark. Diese gutartige Wucherung ist mindestens lästig, kann aber auch bedrohlich werden: Mit zunehmendem Alter beginnt die Prostata knotig zu wachsen. Betroffen ist der innere, "zentrale" Teil der Prostata. Ungefähr die Hälfte der 60-Jährigen haben mit Problemen beim Wasserlassen (dünner Harnstrahl, häufiges und nächtliches Wasserlassen, Inkontinenz) zu kämpfen. Der Urin kann sich in der Blase sammeln und zurückstauen, was den Nieren schadet.

Die Behandlung des gutartigen Wachstums mit Medikamenten ist bislang nur bedingt erfolgreich. Bewährt hat sich das Herausschnitzeln des überflüssigen Gewebes mit Hilfe einer stromführenden Schlinge. Sie wird über die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben.

Prostatakrebs entsteht meist in der Organkapsel. Bei einer Untersuchung vom Enddarm aus sind die sehr harten Tumorknoten mit dem Finger tastbar. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 75 Jahren. 70 Prozent der Patienen überlebt die ersten fünf Jahre nach der Diagnose. Durch Prostatakrebs gehen jedes Jahr rund 100 000 Lebensjahre verloren. Behandelt wird in manchen Fällen zunächst gar nicht ("Zuwarten"), oder aber mit Operation, Strahlentherapie und Medikamenten (meist Hormonblocker).

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