Gesundheit : Die NS-Morde und das Archiv der Stasi

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Schätzungsweise 200 000 behinderte und psychisch kranke Menschen wurden in der NSZeit zwischen 1940 und 1945 als „lebensunwertes Leben“ umgebracht, was die NS-Führung und Mediziner als „Euthanasie“ verharmlosten. Der Begriff „Euthanasie“ kommt aus dem Griechischen und heißt „schöner, leichter Tod“. Damit sollte das Sterben als Erlösung vom Leiden, als eine Art „Gnadentod“ beschönigt werden.

Nach massiven Protesten wurden die Morde durch Gas im August 1941 auf Befehl Hitlers offiziell eingestellt. Fortan aber ließ man die Betroffenen verhungern oder brachte sie mit Medikamenten um.

In einem in Berlin-Hohenschönhausen untergebrachten „NS-Archiv“ hat die DDR-Staatssicherheit seit 1954 rund 800 000 Akten aus dem Dritten Reich zusammengetragen, darunter rund 30 000 Patientenakten von „Euthanasie“-Opfern.

Das „NS-Archiv“ der Stasi befindet sich jetzt im Besitz des Bundesarchivs und wird seit 2001 von einer elfköpfigen Projektgruppe ausgewertet. Die Arbeiten sollen 2006 beendet sein. sc

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