Gesundheit : Die Qual der Wahl

Die Unis wollen sich die Studenten aussuchen

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Seit Jahren wollen die Hochschulen die Auswahl der Studenten weitgehend selbst übernehmen. Auf die Zuweisung der Studienbewerber in den Numerusclausus-Fächern durch die ZVS möchten die meisten Universitäten verzichten, auch die in Berlin. Doch jetzt, da das Gesetz eine weit gehende Selbstauswahl ermöglicht, stehen die Unis vor Schwierigkeiten.

Da sind zunächst die Personalkosten. Viele Bewerber schreiben an sechs verschiedene Hochschulen und verursachen damit einen hohen Aufwand. Die Hochschulen fordern daher zur Empörung der Studentenvertreter Gebühren für das Bewerbungsverfahren. Außerdem müssen die Unis die Auswahl der Studenten gerichtsfest machen. Ein Interview mit den Bewerbern dürfte vor den Gerichten kaum Bestand haben. Ganz anders ist es mit Tests, die jedoch für jedes Numerus-clausus-Fach gesondert entwickelt werden müssen. Das kostet Zeit. Denn die Tests müssten von Lernpsychologen entwickelt werden. FU-Präsident Dieter Lenzen schätzt, dass es zwei Jahre dauern könnte, bis bundesweite Tests konzipiert sind.

In der Zulassung könnten die Abiturnoten besonders gewichtet werden. Das befürwortet etwa Alexander Freier vom Landesschülerausschuss. Dann würden die Schüler nicht mehr die Fächer wählen, die ihnen die meisten Punkte im Abitur einbringen, sondern die Fächer, die für ihr künftiges Studium und den Beruf ausschlaggebend sind. Damit ist automatisch die Frage von Übergangszeiten aufgeworfen. Denn die Schüler müssen sich auf die neuen Auswahlkriterien einstellen können. TU-Vizepräsident Jörg Steinbach glaubt, dass man ihnen dazu zwei Jahre Zeit geben sollte.

Nach wie vor wird neben der Durchschnittsnote im Abitur auch die Wartezeit eine Rolle spielen. Als Vertreterin der Landesastenkonferenz erklärt Franziska Roy, die Wartezeit könnte genutzt werden, um die sozialen Gesichtspunkte bei der Auswahl der Studienbewerber besser zu berücksichtigen. Aber wie soll die Zeit bis zum Studienbeginn sinnvoller ausgefüllt werden als bisher? Wissenschaftssenator Thomas Flierl schlägt vor, dass die Bewerber in dieser Zeit erste Berufserfahrungen sammeln, die bei der Zulassung stärker zu berücksichtigen seien.

Am weitesten gehen die Meinungen in der Frage auseinander, ob für die Zulassung zum Masterstudium besondere Hürden verlangt werden sollen. Die Universitäten möchten diese Frage von Fach zu Fach selbst entscheiden. Die Studenten bestehen dagegen auf einer strikten Zweizügigkeit im Studium: Jeder Bachelor-Student, der das will, soll auch den Master erwerben können. U.S.

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