Gesundheit : Die Renovierung des Marstalls wird teuer „Hanns Eisler“ hat Finanzsorgen

NAME

Ende 2003 muss die Hochschule für Musik Hanns Eisler, die ihren Hauptsitz an Berlins Gendarmenmarkt hat, ein ebenfalls von ihr genutztes Gebäude an der Wilhelmstraße 53 verlassen. So will es der Bund, dem das Gebäude gehört. Zum Ausgleich dafür hat das Land Berlin den zum ehemaligen Schlosskomplex gehörigen Marstall erhalten, in dessen so genannten Schloss- und Spreeflügel die Musikhochschule einziehen soll. Doch die Weiterführung der notwendigen Baumaßnahmen an dem altehrwürdigen Gebäude, in dem zu Kaisers Zeiten 350 Pferde Futter und Pflege fanden, ist gefährdet - wenn nicht neben den bewilligten 7,87 Millionen Euro vom Land weitere Mittel zur Verfügung gestellt werden. „Um alle Bereiche so wie geplant fertig zu stellen, werden zusätzlich vier bis fünf Millionen Euro notwendig sein", sagt der Rektor der Hochschule, Christhard Gössling.

Warum die Kosten gestiegen sind, erklärt der Architekt Claus Anderhalten mit unvorhersehbaren Problemen bei der Bauausführung: „Bei Bauarbeiten in den 50er Jahren am Marstall wurden Trümmerschutt und schlechter Stahl verbaut." Außerdem müssten teure Denkmalschutz- und Brandschutzauflagen eingehalten werden. „Es gibt keinen Weg mehr zurück", betont Anderhalten. Eine Stilllegung würde nur weitere Kosten verursachen. „Ohne zusätzliche Mittel ist das Gebäude für die Hochschule für Musik nicht nutzbar."

Im Haushalt des Landes Berlin sind für die Baumaßnahmen am Marstall in diesem Jahr 1,7 Millionen Euro und im folgenden Jahr 1,8 Millionen Euro vorgesehen, so Petra Reetz, Pressesprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Weitere Mittel würden angesichts der prekären Haushaltslage des Landes vermutlich nicht bewilligt werden.

Um das Gebäude für die Musiker tauglich zu machen, müssten im Schlossflügel zwei Kammermusiksäle und ein Orchesterprobensaal eingebaut werden. Im Spreeflügel werden schalldichte Probenräume für die Studierenden untergebracht. Gössling: „Die Schallisolierung ist notwendig - in der Wilhelmstraße, wo die Übungsräume nicht schallisoliert sind, haben sich Anwohner über die Belästigung beklagt." Auch die Studenten könnten ohne Schalldämmung nicht ungestört üben. Gössling und die Vorsitzende des Fördervereins, Andrea von Bernstorff, sehen ein Missverhältnis zwischen der Berufung berühmter Interpreten und der aktuellen Situation der Hochschule. Anja Schreiber

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben