Gesundheit : Die Studenten nicht vergessen

DEIKE DIENING

Wie soll die Rolle der Universitäten in Zukunft aussehen? Die europäischen Rektoren, die sich in der vergangenen Woche an der Freien Universität trafen, stellten zum Schluß ihrer Tagung eine Reihe von Reformvorschlägen vor.

Einhellig sprachen sich die etwa 500 Teilnehmer für eine stärkere Öffnung der Universitäten gegenüber der Gesellschaft aus."Die Universität kann nicht mehr die alte isolierte Rolle spielen", so Josep Bricall, Präsident der Europäischen Rektorenkonferenz (CRE).Bisher habe die Universität es vernachlässigt, auf die gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren.

Man müsse folglich in Zukunft enger mit Partnern aus Wirtschaft, Kultur und Verwaltung zusammenarbeiten.Hierzu sei es allerdings auch nötig, daß diese Interessengruppen ihre Erwartungen an die Universität klar formulierten.Hier könne etwa ein neu einzurichtender Treuhänderrat helfen, der zwischen den externen Interessengruppen und der Universität vermittelt und so die Universität stärker in die Gesellschaft einbindet.Um ihre wissenschaftliche Unabhängigkeit zu behalten, dürften die Universitäten nicht mehr nur von einem Geldgeber - dem Staat - abhängig sein.Außerdem müßten die europäischen Universitäten in Netzwerken eng zusammenarbeiten.

"Bei aller Euphorie darüber, sich möglichst vielen Interessengruppen von außen zu öffnen, darf man jedoch auf keinen Fall die Studenten vergessen", bemerkte Malcom Webb vom Europäischen Runden Tisch der Industrie (ERT).Schließlich, so Webb, hätten diese ein berechtigtes Interesse daran, daß Forschung und Lehre bestimmten Standards genügten und das angeeignete Wissen wettbewerbsfähig sei.Sie müßten an dem Erbe ein Leben lang tragen.

Angeliki Verli von der Europäischen Kommission bemerkte, daß die neuen Möglichkeiten der Lehre während der Konferenz nicht genug diskutiert worden seien - etwa das Konzept des lebenslangen Lernens, das die Menschen auch im Beruf begleitet.In Zukunft solle man an den Universitäten auch studieren können, ohne zwangsläufig mit einem Diplom abschließen zu müssen.

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