DIE Übeltäter : So befällt Mumps die Ohren

Mumps ist eine klassische Kinderkrankheit - und keinesfalls harmlos. Deshalb empfehlen Ärzte, sich impfen zu lassen.

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Sie ist eine klassische Kinderkrankheit, die schlimme Folgen fürs ganze Leben haben kann: Mumps („Ziegenpeter“) führt in schweren Fällen zu einer Hirnhautentzündung, zu Hörschäden oder Unfruchtbarkeit. Wer nicht als Kind erkrankt ist, den kann die Infektion auch im Erwachsenenalter noch treffen. Dann fallen die Komplikationen oft sogar schwerer aus. Dabei gibt es eine Impfung, die Schutz vor Mumps bietet.

Ursache der Krankheit ist das Mumpsvirus. „Es ist auf uns angewiesen, denn es kann sich nur in menschlichen Zellen vermehren“, erklärt Keikawus Arastéh, Internist am Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum in Schöneberg. Meist steckt man sich mit Mumps durch direkten Kontakt an. „In Kindergärten kann es auch passieren, dass die Kinder Spielzeug mit Fingern oder Lippen berühren, das ein krankes Kind vorher im Mund hatte und auf dem sich deshalb virenhaltiger Speichel befindet“, sagt Arastéh. Vom Eindringen der Übeltäter bis zum Ausbruch der Krankheit vergehen zwei bis drei Wochen. Das Immunsystem wehrt sich oft mit aller Kraft gegen den Eindringling und löst Entzündungen aus. So kommt es zu den typischen Mumpssymptomen: einer Schwellung der Ohrspeicheldrüse, Schmerzen beim Kauen und abstehenden Ohrläppchen.

„Gegen das Virus gibt es keine Medikamente“, sagt Arastéh. „Der Körper muss sich selbst wehren.“ Drei Wochen muss ein Erkrankter meist das Bett hüten. Die größte Gefahr: Die Viren wandern von der Ohrspeicheldrüse ausgehend in die Hirnhaut – und lösen dort eine gefährliche Entzündung aus. In ähnlicher Weise können sich andere Teile des Ohrs entzünden, was zu chronischer Taubheit führen kann. Die Auswirkungen solcher Komplikationen können einen lange begleiten. An Mumps selbst kann man aber nicht mehr erkranken, sobald die Krankheit überstanden ist. „Damit es gar nicht erst so weit kommt, sollten Kinder im Alter von einem Jahr geimpft werden. Es gibt ein Präparat gegen Mumps, Masern und Röteln“, so Arastéh.

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