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DIE Übeltäter : So verursachen Chlamydien Unfruchtbarkeit

16.11.2009 00:00 UhrVon Björn Rosen

Obwohl Chlamydien für die häufigste sexuell übertragbare Krankheit verantwortlich sind, haben die meisten Leute noch nie etwas von dem Erreger gehört. Und das, obwohl die Bakterien bei Frauen sogar zur Unfruchtbarkeit führen können. Nach einer Untersuchung unter jungen Mädchen in Berlin sind rund zehn Prozent der 17- bis 19-Jährigen infiziert – die meisten, ohne es zu wissen.

Unter Chlamydien versteht man eigentlich eine ganze Familie von Bakterien, deren Vertreter Menschen wie Tiere angreifen und oft Lungen- oder Augenerkrankungen auslösen. Die Erreger, die bei Mann und Frau die Schleimhäute des Genitalbereichs befallen, haben eine runde Form und werden als Serotypen D bis K des Bakteriums Chlamydia trachomatis bezeichnet.

Andere Typen des gleichen Bakteriums sind in vielen Entwicklungsländern die Erblindungsursache Nummer eins.

„Bis in die 70er Jahre hat man Chlamydien den Viren zugerechnet. Weil sie so klein sind, dass man sie unter einem normalen Mikroskop nicht erkennt – und weil sie sich ohne Hilfe einer Wirtszelle nicht vermehren können“, erklärt Werner Mendling, Chefarzt für Gynäkologie an den Vivantes-Kliniken Am Urban und im Friedrichshain. Chlamydien werden beim Sex über das Sperma oder Scheidensekret übertragen. Denn in beidem finden sich Körperzellen – und in diesen verbergen sich bei Infizierten die Bakterien.

Die Erreger brauchen nämlich unbedingt die Energie einer Wirtszelle. Um diese nutzen zu können, haften sie sich an die Zelle und schleusen sich schließlich in sie ein. Im Innern wachsen sie um das Fünffache an und beginnen dann, sich zu teilen. Der Prozess dauert Stunden bis Tage. Am Ende wird die Zelle zerstört und die kleinen Bakterien nehmen Kurs auf jeweils einen neuen Wirt.

Die Infektion mit Chlamydia trachomatis lässt sich mit Kondomen verhindern und, zumindest anfangs, gut mit Antibiotika behandeln. Oft wird sie aber nicht gleich entdeckt, weil sie kaum mit Beschwerden verbunden ist. In vielen Fällen kommt das Abwehrsystem sogar mit den Eindringlingen zurecht, hält sie in Schach und verhindert ihre Ausbreitung. Gelingt dies nicht oder nicht sofort, folgt bei Männern meist eine Entzündung der Harnröhre; das Wasserlassen ist dann erschwert, es brennt und kommt zu schleimig-eitrigem Ausfluss. Frauen können ähnliche Symptome haben, manchmal verläuft die Infektion aber noch stiller – wenn nur die Schleimhaut des Gebärmutterhalses entzündet ist.

Das Verheerende: Von dort können die Bakterien langsam aufwärts wandern, in die Gebärmutter und die Eileiter. Nun ist es für sie nur noch ein kurzer Weg bis zum Bauchfell. Wenn sich auch dieses entzündet, besteht Lebensgefahr. „Um solch einen schweren Verlauf zu verhindern, verbaut das Immunsystem den Eindringlingen den Weg und sorgt dafür, dass die Eileiter verkleben“, erklärt Gynäkologe Werner Mendling. „Dadurch kann eine befruchtete Eizelle nun aber nicht mehr in die Gebärmutter gelangen – eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg ist damit unmöglich.“ Zu den Folgen einer Chlamydien-Infektion gehören außerdem chronische Unterbauchschmerzen.

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