Gesundheit : Die überbuchte Hochschule

Humboldt-Uni : Viele Bewerber, wenige Studienplätze

Uwe Schlicht

Auf die Berliner Humboldt-Universität kommt zum Wintersemester ein Bewerberandrang zu wie nie zuvor. Bisher wurden 25 245 Bewerbungen registriert, das sind 5000 mehr als noch vor einem Jahr. Da die Humboldt-Universität (HU) zum kommenden Wintersemester einen nahezu flächendeckenden Numerus clausus verhängt hat, stehen für die über 25 000 Bewerbungen nur 5990 Studienplätze zur Verfügung.

Das zeigt das ganze Dilemma der derzeitigen Situation an den Berliner Universitäten. Auf der einen Seite freut sich die Leitung der Universität in Mitte, dass die HU nach wie vor in der jungen Generation hohe Attraktivität besitzt. Auf der anderen Seite muss die Universität zu immer weiterreichenden Studienplatzbeschränkungen greifen, weil sie wegen der Sparmaßnahmen nicht mehr die Qualität der Ausbildung für die Studienanfänger garantieren kann, sofern es zu einer unbegrenzten Zulassung aller Studierwilligen kommen würde.

Wie dramatisch die Situation in einzelnen Fächern ist, verdeutlichte jetzt der für Studium und Lehre zuständige Vizepräsident Heinz Elmar Tenorth vor dem Akademischen Senat. In den Rechtswissenschaften kommen 1830 Bewerbungen auf 300 freie Plätze, in den Kulturwissenschaften stehen für 1586 Bewerber nur 115 Plätze zur Verfügung. In den Medienwissenschaften ist das Verhältnis 842 Bewerbungen zu 30 Plätzen. Im Lehramt Deutsch kommen 708 Bewerbungen auf 65 Plätze, im Lehramt Englisch 557 Bewerbungen auf 70 Plätze, in der Grundschulpädagogik 630 Bewerbungen auf 75 Studienplätze.

Auch in den Naturwissenschaften, in denen in den letzten Jahren die Bewerberzahlen keine Probleme aufgeworfen hatten, greift der Numerus clausus hart ein. In der Physik kommen 213 Bewerber auf 150 Plätze, in der Chemie 298 Bewerber auf 130 Plätze, in der Mathematik 215 Bewerber auf 120 Plätze. Die Humboldt- Universität will die Immatrikulation bis zum 10. September vornehmen und bis zum 20. September Klarheit über die Annahme der Immatrikulation durch die Bewerber haben. Da es sich vielfach um Mehrfachbewerbungen handelt, will die Humboldt-Universität zunächst im Hauptverfahren großzügig überbuchen, um zu vermeiden, dass am Ende einer der knappen Studienplätze doch frei bleibt, teilte Vizepräsident Tenorth mit.

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