Gesundheit : Die Unis brauchen starke Manager

Berlins Wissenschaftssenator a.d.

TURNERS THESEN

zu Bildung und Politik

Hochschulrektorenkonferenz (HRK) und Arbeitgeber (BDA) fordern ein modernes Hochschulmanagement mit klaren Zuständigkeiten. Die Forderung ist richtig. Zunächst ist festzuhalten, dass es durchaus erfolgreiche Manager unter den Präsidenten, Rektoren und Kanzlern gibt. Intern wird das nicht immer anerkannt. So werden Mitarbeiter im administrativen Bereich, aber auch die Spitze der Institution, nicht selten als „Fußabtreter“ benutzt, wenn einem etwas nicht passt. Diese Grundhaltung wirkt sich auch bei Wahlen aus. Da wird nicht die für das Amt geeignetste Persönlichkeit gewählt, sondern die, von welcher weniger Einflussnahme erwartet wird.

Hinderlich sind aber vor allem zwei Fesseln. Von außen ist es die Rechts- und Fachaufsicht durch die Ministerialbürokratie. Solange die Hochschulen Kostgänger des Staates sind, wird der Staat nicht auf ein bestimmtes Maß an Einfluss verzichten. Soweit sich dies auf die Rechtsaufsicht beschränkt, ist das immerhin nachvollziehbar. Kontraproduktiv ist es allerdings, wenn in Fachfragen hineinregiert wird, und dies womöglich von Beamten, die eine nachgeordnete Funktion innerhalb der Hierarchie einer Behörde einnehmen.

Das andere Hindernis sind die – von staatlicher Seite – gesetzten Regelungen über die Mitwirkung aller Gruppen und die überzogenen Bestimmungen zu Gunsten der Personalvertretung. Um keinen Zweifel aufkommen zu lassen: auch die alleinige Herrschaft der Professoren ist nicht die Lösung. Eine Beteiligung der Gruppen in Beratungsgremien ist nicht nur praktisch sinnvoll, sondern wohl das mindeste, was nach Jahrzehnten der Gewöhnung an verbriefte Rechte als politisch unverzichtbar gelten dürfte. Ein Modell mit einem Vorstand als Leitung und beratenden Gremien, in denen die Statusgruppen vertreten sind, würde dem entsprechen. Wegen der extensiv ausgestatteten Rechte der Personalräte mit Freistellungen, die förmlich zur Agitation herausfordern, sowie aller möglichen Beauftragten, braucht man über bessere Möglichkeiten für ein Management nicht zu reden.

Es mangelt nicht an geeigneten Personen für das Management von Hochschulen; die dazu befähigten befinden sich im Zustand der permanenten Gängelung von außen und Einschnürung im Inneren.

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