Gesundheit : „Die Unis stehen vor dem Gau“ Der Wissenschaftsrat kritisiert Einsparungen

Uwe Schlicht

Der Wissenschaftsrat hat gestern vor den dramatischen Folgen für die deutschen Universitäten gewarnt, wenn im Hochschulbau weiter so gespart werden sollte wie im Augenblick. Die Universitäten seien seit vielen Jahren unterausgestattet. Während der Bundeskanzler und viele Politiker davon ausgingen, dass 40 Prozent eines Jahrgangs studieren müssten, sähen die Finanzminister der Länder in ihrer Finanzplanung bis zum Jahr 2006 eine drastische Senkung im Hochschulbau vor.

Bisher hat der Bund jährlich 1,1 Milliarden Euro für den Hochschulbau zur Verfügung gestellt, die Länder gaben ihrerseits auch 1,1 Milliarden Euro dazu. Damit könne die Sanierung der Hochschulbauten dauerhaft fortgesetzt werden, erklärten der Vorsitzende des Wissenschaftsrats Karl Max Einhäupl und Generalsekretär von Heyden. Inzwischen hat jedoch der Bund seinen Anteil für den Hochschulbau auf 925 Millionen Euro pro Jahr gesenkt, die Länder verminderten ihre Beiträge entsprechend.

Die Finanzminister wollten sogar noch weiter gehen und bis zum Jahr 2006 die jährliche Rate des Bundes auf 760 Millionen Euro begrenzen, entsprechend niedriger würden die Aufwendungen der Länder ausfallen. Die Finanzminister gingen davon aus, dass wegen des Rückgangs der Geburten weniger Studienplätze benötigt würden. Schon jetzt zeigen sich die Folgen der Sparpolitik. Für die über zwei Millionen Studenten sollten nach Ansicht des Wissenschaftsrats eigentlich 1,25 Millionen Studienplätze zur Verfügung stehen, tatsächlich sind es jedoch nur 1,16 Millionen. Die Zahl der ausfinanzierten Studienplätze hat sich vom Jahr 2002 auf das Jahr 2003 um 30000 Plätze verringert.

Sollte sich im Rahmen der Föderalismusreform der Bund aus der Finanzierung des Hochschulbaus zurückziehen, dann wäre das „ein Drama für das Land“. Wenn das Geld des Bundes dann in die Förderung der außeruniversitären Forschungsinstitute fließe und nicht mehr an die Hochschulen, „dann können wir in 15 Jahren den GAU an den Universitäten haben“. Die besten Wissenschaftler der Hochschulen wanderten in andere Einrichtungen oder ins Ausland ab. Die Hochschulen wären die Verlierer im Wissenschaftssystem.

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