Gesundheit : Die Vernunft nicht isolieren! Akademie der Wissenschaften lehnt Boykottaufruf gegen israelische Wissenschaftler ab

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Dem Präsidium der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften liegt ein Aufruf vor, der sich für ein „Moratorium der europäisch-israelischen Wissenschafts- und Kulturbeziehungen" einsetzt. Publiziert wurde dieser Aufruf im April 2002 in der englischen Zeitung „The Guardian". Er wurde von mehr als 100 europäischen Wissenschaftlern unterzeichnet, die damit ihrem Protest gegen die Nahost-Politik der gegenwärtigen Israelischen Regierung Ausdruck verleihen wollen.

Die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften hat keinVerständnis für einen solchen Aufruf, der auf die Isolation der israelischen Wissenschaftler zielt. Dies nicht nur, weil sie durch einen Freundschafts- und Zusammenarbeitsvertrag mit der Israelischen Akademie der Wissenschaften in Jerusalem eng verbunden ist und viele ihrer Mitglieder in ständigem und regem Gedankenaustausch mit israelischen Wissenschaftlern stehen, sondern vor allem deshalb, weil sie es für unvertretbar und schärfstens zu mißbilligen hält, Wissenschaft und Kultur als Geisel für die Durchsetzung einer wie immer auch gearteten und zu bewertenden Politik zu mißbrauchen und zu boykottieren. Maßnahmen dieser Art treffen nicht diejenigen, die die Verantwortung tragen, und entmutigen jene, die sich für Vernunft, Dialog und Zusammenarbeit einsetzen.

Die internationale Wissenschaftlergemeinschaft darf sich nicht nach den akzeptablen oder inakzeptablen Strategien ihrer nationalen Politiksysteme spalten und gegeneinander in Front bringen lassen. Sie hat ihrem Wesensmerkmal, dem freien Ideen- und Meinungsaustausch – ob in persönlichen Kontakten, auf wissenschaftlichen Konferenzen und Meetings, durch Publikationen oder Korrespondenzen – treu zu bleiben und sich für den Dialog der Vernunft bereitzuhalten.

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