Gesundheit : "Die Wettervorhersage ist besser als ihr Ruf"

Temperaturen und Windgeschwindigkeiten können heute nach Angaben von Meteorologen für die nächsten 36 Stunden mit einer Trefferquote von 95 Prozent vorhergesagt werden. "Im Regelfall ist die Vorhersage richtig", sagte der Präsident der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft, Werner Wehry, bei einer Fachtagung in Potsdam. "Bis zur perfekten Wettervorhersage ist es aber immer noch ein weiter Weg."

Nach wie vor ist die Fehlerquote insbesondere bei der Prognose der Niederschläge relativ hoch. "Wir haben noch keine genauen Feuchtigkeitsangaben der Atmosphäre. Deshalb stimmen die Vorhersagen für die Niederschläge zu rund 80 Prozent", sagte Wehry beim Symposium anlässlich 50 Jahre computergestützter Wettervorhersage.

Seit den ersten computerbasierten Vorhersagen habe die Meteorologie große Fortschritte gemacht. "Noch in den 50er Jahren passierte es 100 Mal im Jahr, dass die Höchst- oder Tiefsttemperaturen in Berlin um mindestens sechs Grad von der Vorhersage abwichen", sagte Wehry. In den 90er Jahren habe es jährlich nur drei bis fünf solcher Fälle gegeben. Die Vorhersagen seien besser als ihr Ruf. Die wenigen Fehlprognosen blieben aber oft länger im Gedächtnis.

Die Geschichte der Wettervorhersagen reicht in die Anfänge des 19. Jahrhunderts zurück. Mit der Erfindung des Telegrafen um 1850 seien jedoch erstmals großräumige Prognosen möglich geworden. Um 1880 fand man die ersten Wetterkarten in Zeitungen. Die Deutsche Meteorologische Gesellschaft wurde 1883 in Berlin gegründet. Heute hat sie ihren Sitz in Frankfurt/Main und zählt laut Wehry etwa 1700 Mitglieder, nicht nur Meteorologen.

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