Gesundheit : Digitale Dienstleister Am 1. August beginnt in Berlin

der Weltkongress der Bibliothekare

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Für eine Woche wird Berlin in diesem Sommer zum Mekka der Bibliothekare. Die International Federation of Library Associations and Institutions (IFLA) lädt vom 1. bis 9. August zum Weltkongress „Bibliothek und Information“ ins ICC. 4500 Bibliothekare und Informationsfachleute aus 125 Ländern werden dem Ruf der Internationalen Dachorganisation der Bibliotheken Folge leisten.

Ausleihe wie im Supermarkt

Hierzulande haftet den öffentlichen Bibliotheken der Ruf von rückständigen Einrichtungen an, die den Zugang zum Buch mit allerlei Hindernissen pflastern. Zu Recht? Das umfangreiche Programm des IFLAKongresses jedenfalls präsentiert eine Bibliotheks- und Buchkultur, die im Zeichen von Digitalisierung, moderner Informationstechnologie und Globalisierung steht. Das signalisiert schon das dem Internet abgelauschte Tagungsmotto „Bibliothek als Portal: Medien – Information –Kultur“. In rund 880 Vorträgen, Workshops, Seminaren und Satellitenkonferenzen wird das ganze Themenspektrum eines sich international vernetzenden Bibliothekswesens entfaltet, das sich als bewahrende Kulturinstitution und als moderner Informationsdienstleister neu verorten muss. Auf der Tagesordnung stehen Fragen wie der Paradigmenwechsel im Wissensmanagement, das Urheberrecht bei elektronischen Publikationen – oder Selbstbedienungsbibliotheken. Vorgestellt wird der Prototyp einer personalfreien Bibliothek in Singapur, die 2002 in Betrieb ging.

Terroristenfahndung unter Lesern

Aber auch der 11. September und der Krieg gegen den Terror beschäftigen die Bibliothekare, wie Barbara Schleihagen, Generalsekretärin der IFLA 2003, sagt. Es geht dabei um die Problematik von Kontrolleinrichtungen, mit denen erfasst wird, wer unter welchem Stichwort wonach im Internet oder in Bibliotheken gesucht hat.

Georg Ruppelt, Sprecher der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände (BDB), hat den Kongress in einem internationalen Wettbewerb nach Berlin geholt. Er hofft auf große öffentliche Aufmerksamkeit – auch für die „Krise des deutschen Bibliothekswesens“. Die Wertschätzung für Bibliotheken in Deutschland sei weit geringer als in angloamerikanischen Ländern. Alle Länder, die in der Pisa-Studie gut abschnitten, hätten ein gut ausgebautes Bibliothekssystem, auch in den Schulen. Gerwin Klinger

IFLA Weltkongress Bibliothek und Information, 1.-9. August 2003, ICC Berlin

Das Programm im Internet unter: www.ifla.org

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