Gesundheit : Doppelt lernen

Die Berufsakademie der FHW verbindet Berufsausbildung und Studium

Viola Zech

„Während andere in den Semesterferien am Strand in der Sonne liegen, sitze ich zu Hause am Schreibtisch und lerne“ erzählt Marko Schwertfeger, Student der Berufsakademie der Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) in Berlin. Er studiert im sechsten Semester den Bachelorstudiengang BWL mit Schwerpunkt Handel. Gleichzeitig ist der Student aber auch Angestellter beim Unternehmen Real. Also fährt Marko Schwertfeger drei Monate lang im Semester in die Fachhochschule am Ostkreuz und studiert Fächer wie BWL, VWL, Handelsmarketing und Handelsmanagement. In den drei Monaten danach arbeitet er dann jeweils bei Real. Dort kann er sein theoretisches Wissen praktisch anwenden.

Studium und Ausbildung miteinander verbinden: Das ist das Konzept der Berufsakademie. Seit Oktober 2003 ist die ehemals eigenständige Einrichtung als Fachbereich in die FHW integriert. Jetzt hat der Fachbereich ein Qualitätssiegel erhalten. Sämtliche Studiengänge wurden als erste in Deutschland in einem Akkreditierungsverfahren als Intensivstudiengänge eingestuft. Dies bedeutet, dass die Studenten hier in sechs Semestern mehr lernen, als es sonst üblich ist.

Mit 480 Unternehmen arbeitet die Berufsakademie zusammen, die den praktischen Teil des Studiums garantieren. Die Studenten bekommen für den gesamten Zeitraum des Studiums eine Vergütung und werden intensiv ins Unternehmen eingearbeitet. „Der Praxisschock nach dem Studium entfällt, weil das Studium direkt mit dem zukünftigen Berufsfeld verwoben ist“, erklärt Thorsten Kurzawa, Dekan der Berufsakademie, das duale System seines Fachbereichs.

Die Berufsaussichten für die Studierenden sind sehr gut. 70 bis 80 Prozent der Absolventen haben noch vor Ende des Studiums einen Arbeitsvertrag und werden direkt von den Unternehmen übernommen. Die Firmen haben den Vorteil, dass sie auf aufwendige Bewerbungsverfahren verzichten können.

Für Marko Schwertfeger war schon ein Jahr vor dem Abitur klar, wohin es gehen sollte. Neben der Schule hatte er im Einzelhandel gejobbt und kannte sich aus. Doch eine Ausbildung wollte er trotzdem nicht machen, da hätte es ihm an der notwendigen Theorie gefehlt. Um sicher zu gehen, dass ihm das Arbeitsklima bei Real auch gefiel, machte er ein Praktikum. Und bekam im Anschluss direkt eine Zusage für einen Ausbildungsvertrag von Real. So konnte er sich dann bei der Berufsakademie bewerben. Der Vertrag mit Real war dabei Voraussetzung für die Bewerbung. „Auf einen Platz kommen 300 Bewerber“, sagt Thorsten Kurzawa.

In einem Kurs sitzen im Schnitt 30 Studenten. Nur wenige brechen ihr Studium ab, sagt Kurzawa: „Alle Studenten wissen, wohin sie wollen.“ Fast 90 Prozent der Studienanfänger würden ihr Studium erfolgreich abschließen. Die Mühe scheint sich auch für Marko Schwertfeger zu lohnen. Die Übernahmegespräche mit Real laufen bereits.

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