Dr. Dollas Diagnose (19) : Sind Fußballer an der Wirbelsäule besonders anfällig?

Egal ob derzeit der frühere Herthaner Arne Friedrich oder im Vorjahr Lukas Podolski: Immer wieder fallen Fußballer mit Rückenbeschwerden aus. Sind Profis an der Wirbelsäule besonders anfällig?

Dr. Thorsten Dolla
Arne Friedrich ist derzeit zum Zuschauen verdammt.
Arne Friedrich ist derzeit zum Zuschauen verdammt.Foto: dpa

Die Wirbelsäule des Menschen hat eine zentrale und damit sehr wichtige Aufgabe. Im Hochleistungssport, insbesondere auch beim Fußball, ist die Belastung aufgrund der unterschiedlichen Dreh- und Seitwärtsbewegungen der Wirbelsäule enorm. Um die Wirbelsäule zu stabilisieren und damit auch vor Überlastungen zu schützen, muss die Rumpfmuskulatur gestärkt werden. Das bedeutet, das sehr intensiv die gerade und seitliche Bauchmuskulatur, sowie die Rückenmuskulatur und die Rotatoren gestärkt werden müssen. Dies geschieht durch regelmäßiges und intensives Training. 

Ist eine ausreichende muskuläre Stabilität an der Wirbelsäule nicht vorhanden, kann es durch Überlastungen zu Rückenschmerzen kommen. Es kann zu Bandscheibenvorwölbungen mit nachfolgenden Wurzelirritationen und massiven muskulärem Hartspann der Rückenmuskulatur kommen.

Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen.
Dr. Thorsten Dolla schreibt regelmäßig für den Tagesspiegel über Sportverletzungen.Foto: promo

Natürlich muss die Ursache durch eine genaue klinische Untersuchung und bei Bedarf auch durch eine apparative Untersuchung geklärt werden. Vor Jahren wurde im Fußball vielleicht die Wichtigkeit des Trainings der wirbelsäulenstabilisierenden Muskulatur unterschätzt. Untersuchungen zeigen, das dies heutzutage nicht mehr der Fall ist. 

Im Fußball wird regelmäßig die Rumpfmuskulatur trainiert. Die Spieler trainieren zusätzlich im Fitnessbereich Bauch- und Rückenmuskulatur. Um keine Rückenschmerzen zu bekommen, ist es wichtig, die Rumpfmuskulatur regelmäßig zu trainieren. Das bedeutet, regelmäßige Bewegung, Sport treiben und vielleicht auch Physiotherapie machen. Würde jeder die entsprechende Disziplin haben und seinen inneren Schweinehund überwinden: Der Orthopäde hätte heute weniger Patienten.

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